Mangelernährung oder: Wenn Eiweiss, Calcium und Vitamin D fehlen

Käse

Der Appetit weicht mit dem Alter, nicht umsonst haben Restaurants«Senioren-Teller» mit kleineren Portionen im Angebot. Die Lust auf weniger beruht auf einer Verlangsamung des Stoffwechsels. Umso wichtiger ist für ältere Menschen die Zufuhr von Eiweiss, Calcium und Vitamin D, um eine Mangelernährung (Malnutrition) abzuwenden.

Vitamin D

Vitamin D bezeichnet eigentlich eine ganze Familie von Substanzen. Deren wichtigste Vertreter sind das Vitamin D3 (Cholecalciferol) und das Vitamin D2 (Ergocholesterol). Vitamin D ist wichtig für den Knochenstoffwechsel und kann im Zusammenspiel mit Calcium der Bildung einer Osteoporose entgegenwirken.

Vitamin D ist das einzige Vitamin, das der Mensch unter dem Einfluss von Sonnenlicht und Wärme selber produzieren kann. Allerdings nimmt die hauteigene Produktion von Vitamin D im Alter ab. Und nur wenige Lebensmittel wie z.B. fetter Fisch, Leber oder Eigelb liefern nennenswerte Mengen an Vitamin D.

Calcium

Calcium ist ein wichtiger Baustoff für die Knochen. Eine ausreichende Calciumzufuhr stärkt im Zusammenspiel mit Magnesium, Vitamin C, Vitamin K und Vitamin D die Knochendichte und wirkt vorbeugend gegen eine Osteoporose (Knochenschwund, Knochenbrüchigkeit). Als calciumreiche Lebensmittel gelten Samen und Nüsse, Milchprodukte, grünes Gemüse, Vollkorngetreide und Mineralwasser mit hohem Calciumgehalt.

Eiweiss

Proteine (Eiweiss) sind unentbehrliche Bausteine für die Muskeln. Da die Proteinsynthese im Alter abnimmt, ist eine eiweissreiche Ernährung von entscheidender Bedeutung. Senioren mit einer geringen Proteinzufuhr sind anfälliger für eine Sarkopenie (Muskelschwund). Um einem Eiweissmangel zu begegnen, gehören Milchprodukte, Nüsse, Sojaprodukte, Linsen, Teff, proteinreiche Pseudocerealien wie Amarant und Quinoa, mageres Fleisch, Fisch und Geflügel auf den Speisezettel.

Hauslieferung gesunden Essens

Senioren ab 60 Jahren können den Mahlzeitendienst von Pro Senectute und deren Partnerorganisationen in Anspruch nehmen. Die Hauslieferungen umfassen nähr- und mineralstoffreiche Mahlzeiten verschiedener Kategorien wie Normalkost, Schonkost, vegetarisch, laktosefrei, glutenfrei oder Diabetes.

Und nicht vergessen: Wasser trinken

Zusätzlich zur Mangelernährung leiden viele ältere Menschen an einem Wassermangel, sie «dehydrieren» (trocknen aus). Denn im Alter vermindert sich auch das Durstgefühl. Kommt hinzu, dass viele Senioren abends auf Getränke verzichten, um sich den nächtlichen Gang auf die Toilette zu ersparen. Zu den Symptomen einer Dehydrierung zählen u.a. Schwäche, Schwindelgefühle und Bewusstseinstrübungen – Beschwerden, die das Sturzrisiko erhöhen.

Allgemein wird empfohlen, täglich 1,5 Liter Wasser zu trinken. Wenn bestimmte Medikamente die Wasserausscheidung fördern, soll der Arzt eine individuelle tägliche Trinkmenge festlegen. Oft helfen Trink-Rituale: Machen Sie sich beispielsweise am Morgen eine Kanne Tee, die Sie im Laufe des Tages trinken. Beste Flüssigkeitslieferanten sind Mineral- und Hahnenwasser, Früchte- und Kräutertees sowie verdünnte Fruchtsaftschorle.

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