Mit der Rheumaliga übers Meer

Kreuzfahrtschiff MSC Magnifica, angetaut in einem Hafen

Rheumabetroffene im Alter von 43 bis 93 Jahren wagten sich unter der Reiseleitung der Rheumaliga Schweiz auf eine einwöchige Seereise. Die Anreise nach Venedig erfolgte in der Nacht aus der Romandie und der Deutschschweiz im Car. Für fast alle war es eine Premiere. Gespannt und unternehmenslustig gingen wir an Bord der MSC Magnifica.

Bari

Wir starteten den ersten Tag – noch auf See – mit einer Morgengymnastik in der «Disco» auf Deck 14, mit Blick über die Heck-Reling. Sobald das Schiff angelegt hatte, erkundeten einige unserer Gruppe die Stadt Bari, teils auf eigene Faust, während der Rest das Bordleben genoss. Am späten Nachmittag trafen wir uns zu einem Vortrag über «Rheuma und Bewegung». Am Abend war man frei, auf Deck zu spazieren, sich das Programm des bordeigenen Theaters anzuschauen oder sich in einer der vielen Bars einen Schlummertrunk zu genehmigen.

Katakolon

Der kleine Hafen von Katakolon erwartete uns bei strahlendem Sonnenschein. Wir gingen mit acht Teilnehmenden von Bord, um das kleine Örtchen zu erkunden und an der Sonne einen Kaffee zu trinken. Das ging auch mit zwei Rollstühlen ohne Probleme. Wer mobiler war, packte die Chance, das nahegelegene Olympia zu besuchen.

Am frühen Abend – wieder auf See – stand in der Gruppe ein Walking auf dem Programm, bei auffrischendem Wind und etwas Seegang. Die Bewegungen des Schiffes und der zunehmende Gegenwind trainierten nicht nur unsere Ausdauer, sondern auch unsere motorischen Fähigkeiten. Danach galt es, sich für den ersten Gala-Abend frisch zu machen.

Mykonos

Die Kykladen-Insel Mykonos empfing uns mit Sonne und Wind. Nach der Morgengymnastik fuhren wir per Taxi in den alten Hafen und erkundeten die unzähligen Gassen und Gässchen zwischen den weissen Häusern.

Reisegruppe an Bord der MSC Magnifica, Gruppenbild an der Reling

Athen

Andernmorgens legten wir im Hafen von Piräus an. Schnell war klar, dass wir nach der Idylle von Mykonos nun in einer Grossstadt gelandet waren. Das Wetter lockte viele zu einer Besichtigung von Athen. Wer an Bord blieb, konnte sich einen der vielen verfügbaren Liegestühle suchen und genoss die Sonne. Eine Gymnastik am frühen Abend ermöglichte auch jenen eine Teilnahme, die morgens rheumabedingt nicht so einfach in den Tag starten.

Tag auf See

Der Tag auf See hatte eine ganz eigene Atmosphäre, jede und jeder gestaltete den Tag nach eigenem Gusto. Die obligate Morgengymnastik verlegten wir auf Deck 14 an die frischte Luft, und dabei diente die Reling (für Landratten: das Geländer) als ein gutes Hilfsmittel zum Aufwärmen. Weiter bot der Tag auf See Gelegenheit, im Gespräch mit den Physiotherapeutinnen näher auf persönliche Fragen zum Umgang mit Rheuma einzugehen.

Am späteren Nachmittag merkten wir dann, dass es wieder Richtung Norden ging. Die ersten Wolken zogen auf, es kühlte ab, und wir zogen uns für den zweiten Gala-Abend um.

Dubrovnik

Es war kühl, nass und grau, als wir die kroatische Hafenstadt Dubrovnik anliefen. Was uns aber keineswegs von der Morgengymnastik abhielt: Wir lernten Trainingsmöglichkeiten zur Sturzprävention kennen. Die Wolken begannen sich zu lichten, als wir an Land gingen und in Taxis zu einem Aussichtspunkt fuhren, von wo aus wir die malerische Altstadt von Dubrovnik und die vorgelagerten Inseln bewundern und bis nach Bosnien-Herzegowina schauen konnten. Dann erkundeten wir bei Sonnenschein die Gassen, Winkel und Plätze der Altstadt. Zurück auf dem Schiff, trafen wir uns ein letztes Mal als Gruppe zu einem gemeinsamen Apéro und stiessen auf die Reise an.

Venedig

Die letzte Seemeile vor dem Anlegen bot noch einmal ein ganz besonderes Spektakel: Venedig erwachte bei strahlendem Sonnenschein. Alles drängte sich ans Fenster oder die Terrassen, um den Anblick der Lagunenstadt auf sich wirken zu lassen.

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