PRP-Therapie bei Arthrose

Injektion Prp

Verletzt sich ein Fussballprofi, behandelt man ihn häufig mit PRP, um die Heilung zu beschleunigen. Seit kurzem wenden auch Rheumatologen die in der Sportmedizin entwickelte PRP-Therapie an, besonders bei Arthrose-Patienten. Zwar fehlen noch entsprechende Langzeitstudien, und es gibt gegenwärtig keine überzeugende Theorie, die die Wirkung von PRP zu erklären vermöchte. Doch die Praxis zeige, dass sie wirke, meint Lukas Wildi, Rheumatologe am Unispital Zürich. «Wie genau und bei welchen Patienten, wissen wir aber noch nicht.»

Platelet Rich Plasma (PRP)

PRP steht für (englisch) platelet-rich plasma. Das Kürzel bezeichnet Plasma (den flüssigen Anteil des Blutes), das mit Blutplättchen (Thrombozyten) angereichert wurde. Die Anreicherung geschieht mit Blutplättchen aus dem eigenen Blut des Patienten. Dazu wird ihm Blut entnommen, dieses in einer Zentrifuge in seine Bestandteile zerlegt und dann in einem mehrphasigen Prozess ein Maximum an Blutplättchen gewonnen. Der Wirkstoff der PRP-Therapie ist also nichts anders als hochkonzentriertes Plasma, reich an Blutplättchen und zahlreichen Wachstumsfaktoren zur Wundheilung. Der Rheumatologe spritzt das «platelet-rich» Plasma direkt ins betroffene Gelenk, vergleichbar einer Injektion mit entzündungshemmender Hyaluronsäure.

Wirkungen bei einer Arthrose

Das aus Eigenblut gewonnene PRP soll helfen, bei einer Arthrose die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit verbessern. In der Regel braucht es mehrere Spritzen, bis eine Wirkung eintritt. Ein Knorpelaufbau durch PRP hat bislang nicht nachgewiesen werden können.

Am besten scheint die PRP-Therapie bei einer frühen bis mittleren Arthrose anzuschlagen. Sie empfiehlt sich als eine konservative Behandlungsmethode, wenn knorpelaufbauende Präparate (mit Chondroitinsulfat und Glucosamin) keinen Effekt zeigen oder wenn sich ein Patient absolut kein Cortison spritzen lassen möchte. Cortison hemmt zwar die Entzündung, zerstört aber auch Gewebe.

Das Schweizer Fernsehen ist in der Sendung «Puls» vom 13. Februar 2017 auf das Thema «platelet-rich» Plasma eingegangen.

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