Benefizkonzert mit preisgekröntem Musikgenuss

Solistinnen

Jana Telgenbüscher und Lucie Kočí, zwei junge, mehrfach ausgezeichnete Musikerinnen, teilen nicht nur die absolute Liebe zur Musik, sie besitzen auch beide aussergewöhnliches Talent. Wie es dazu kam, dass sie als Solistinnen beim Benefizkonzert der Rheumaliga Schweiz auftreten, was Musik für sie bedeutet und was Bewegung und Musik miteinander verbindet, haben sie uns in einem Gespräch erzählt.

Jana Telgenbüscher erhielt ihren ersten Cellounterricht mit 5 Jahren, und auch Lucie Kočí hatte mit 5 Jahren das erste Mal eine Violine in den Händen. Beide sind in Musikerfamilien gross geworden. Heute studieren sie  «Solo Performance» an der Hochschule Luzern – Musik, haben bereits unzählige Konzerte gespielt und zahlreiche Preise gewonnen.

Am 26. Oktober 2018 treten sie beim Benefizkonzert der Rheumaliga Schweiz als Solistinnen im Doppelkonzert a-Moll für Violine, Violoncello und Orchester op. 102 von Johannes Brahms auf. Auch dies verdanken sie ihrem grossen Können. Die Hochschule Luzern – Musik, mit der die Rheumaliga Schweiz das Konzert in Kooperation durchführt, hatte einen internen Wettbewerb für die Solo-Parts ausgeschrieben. Jana Telgenbüscher und Lucie Kočí konnten mit ihrem Vorspiel überzeugen. Beide haben sich riesig darüber gefreut.

Musikgenuss der besonderen Art

Solistinnen Portrait
Jana Telgenbüscher und Lucie Kočí

Mit Feuereifer haben sie sich in die Vorbereitungen gestürzt und bei den ersten gemeinsamen Proben bereits gemerkt, dass es passt zwischen ihnen. Dass es bereichernd ist, gemeinsam zu spielen. «Dieses Konzert ist eine Ehre für uns, und wir stecken sehr viel Arbeit hinein», sagt Jana Telgenbüscher.

Besonders begeistert es beide, im KKL auftreten zu können. Denn das KKL sei ein wirklich einmaliger Konzertsaal für Musiker, sowohl von der Akustik wie auch von der Atmosphäre her. «Man hört jeden Ton, wie er getragen wird», sagt Lucie Kočí. Jana Telgenbüscher ist erst kürzlich von einer europaweiten Konzertreise mit dem renommierten Gustav Mahler Jugendorchester zurückgekehrt. Von den vielen grossen Konzertsälen, in denen sie gespielt habe, steche das KKL für sie persönlich immer noch als ein ganz besonderer Saal heraus.

Das Doppelkonzert von Brahms hat für die Musikerinnen eine besondere Faszination: Man habe seinen Solopart, es gäbe aber auch das Spiel im Duo, mit kammermusikartigem Charakter, und dann sei da wieder die Kommunikation mit dem Orchester, die beide so sehr lieben.

Musik ist Leistungssport

Für und mit der Musik zu leben, empfinden beide als Privileg. Für Lucie Kočí ist es eine wunderbare Gabe Gottes. Und wenn Jana Telgenbüscher ohne Cello unterwegs ist, fehlt ihr etwas. Aber gleichzeitig ist die Musik auch ihr Beruf. Und dieser Beruf fordert. Emotional wie körperlich. Die starre, asymmetrische Haltung beim Spielen, oft über Stunden, belastet Gelenke und Muskulatur. Probleme mit der Wirbelsäule und teilweise massive Rückenschmerzen kennen beide bereits. Und beide sind der festen Überzeugung, dass dagegen nur eines hilft: Bewegung.

Jana Telgenbüscher musste ihre Haltung am Cello ändern und schon einige Male Physiotherapie in Anspruch nehmen. Inzwischen kennt sie die Übungen, die ihr gut tun. Für das Problem, viel unterwegs zu sein, hat sie eine Lösung gefunden: Sie ist Mitglied in einem Online-Fitness-Club. Ihre Übungen macht sie inzwischen selbst im Hotelzimmer und hat doch einen Coach an ihrer Seite, der sie motiviert.

Dass allein schon eine veränderte Haltung zum Instrument Besserung bringen kann, bestätigt auch Lucie Kočí. Sie hat ihre Masterarbeit darüber geschrieben, mit welchen Massnahmen Musiker präventiv gegen Schmerzen aktiv sein können. «Ein Leistungssportler hat immer einen Trainer, der darauf achtet, dass man sich aufwärmt und dehnt. Musiker haben das nicht.» Dabei sei das durchaus vergleichbar. Regelmässige Bewegung sei extrem wichtig. Sie persönlich liebt das Wandern, denn Natur ist für sie ebenso Nahrung für die Seele wie die Musik.

Seelennahrung Musik

Nahrung für die Seele wird sicher auch das Benefizkonzert sein. Beide Musikerinnen beschreiben Musik als etwas sehr Subjektives. Aber ist der Zuhörer offen, sei sie ein starkes Mittel. Ein herausragender Musiker nehme sich selber ganz zurück und stelle allein die Musik in den Vordergrund. Das sei die Kunst der ganz grossen Musiker.

Jana Telgenbüscher und Lucie Kočí arbeiten daran. Sie wollen dem Publikum am Benefizkonzert ein wunderbares Musikerlebnis vermitteln. Und dies mit Stolz, denn für einen guten Zweck zu spielen, gibt ihrer Arbeit einen besonderen Sinn.

Der Rheumaliga Schweiz gratulieren beide Musikerinnen sehr herzlich und hoffen, dass mit dem Erlös des Konzerts viele weitere gute Projekte für rheumabetroffene Menschen realisiert werden können.

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Luci Koci

Lucie Kočí, Violine

  • geboren 1991 in Prag
  • Master-Studium Performance Hochschule Luzern – Musik, gegenwärtig Master-Studium Solo Performance
  • Solistin mit der Prager Kammerphilharmonie, dem Slowakischen Kammerorchester, der Jungen Philharmonie Zentralschweiz und dem Schweizer Kammerorchester «La banda ANTIX».
  • Im Mai 2018 Solistin am Pianistico Internazionale di Brescia e Bergamo, Italien.
  • Zahlreiche internationale Meisterkurse, Konzertauftritte und Preise
  • Als Mitglied des Familien-Quartetts «Prague Cello Family» Auftritte in ganz Europa, den USA und Japan und drei CD-Aufnahmen.

 

Jana Telgenbuescher

Jana Telgenbüscher, Violoncello

  •  geboren 1992 in Paderborn
  • Studium Solo Performance an der Hochschule Luzern - Musik bei Christian Poltéra
  • Solocellistin des Gustav Mahler Jugendorchesters
  • Intensive Zusammenarbeit mit ihrem festen Klaviertrio «TrioGaston» (2015 und 2016 gewann das «TrioGaston» den 1. Preis des Auryn Quartett-Wettbewerbs)
  • 2014 erste CD mit Werken für Violoncello und Orgel, in Zusammenarbeit mit dem Organisten Sebastian Freitag.

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