Gesunde Beeren

Beeren Mix

Warum in die Ferne schweifen? In der Schweiz und dem nahen Ausland produzierte Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren verwöhnen uns mit viel Vitamin C, Calcium, Kalium und weiteren wichtigen Mineralstoffen. Gerade Rheumabetroffene haben aber noch mehr Gründe, Beeren zu lieben. Denn deren sekundäre Pflanzenstoffe halten einige Überraschungen bereit, von denen wir in Zukunft wohl noch einiges hören werden.

Schwarze Johannisbeeren: pflanzliches Cortison

Geniessen Sie ab und zu einen Kir Royal? Seine rote Farbe erhält der beliebte Cocktail von der Crème de Cassis, dem Likör aus schwarzen Johannisbeeren. Doch dafür ist dieses Superfood eigentlich fast zu schade. Denn schwarze Johannisbeeren regen die Nebennierenrinde zur Produktion von Hormonen an, die eine zügige entzündungshemmende Wirkung entfalten, wovon Schleimhäute und Gelenke profitieren.1 Kein Wunder, nannte man die schwarze Johannisbeere in früheren Zeiten «Gichtbeere» und den Strauch «Gichtbaum».2 Die moderne Naturheilkunde zählt die schwarzen Johannisbeeren zum pflanzlichen Cortison (neben Curcuma und der Ballonrebe).

Schwarze Johannisbeeren enthalten in grosser Menge dunkle Pflanzenfarbstoffe namens Anthocyane (von griechisch kyáneos = schwarzblau). Anthocyane färben viele verschiedene Beeren intensiv rot, lila, dunkelblau oder eben schwarz wie die schwarze Johannisbeere. Anthocyane sind natürliche Sonnenschutzfaktoren, die die Beeren beim Heranreifen gegen das direkte Sonnenlicht und die UV-Strahlung schützen.3

Cassis

Gegen Knochenabbau und freie Radikale

Was die Anthocyane in den Beeren bewirken, bewirken sie, wenn wir diese zu uns genommen haben, ebenfalls in unserem Körper: Sie beseitigen zellschädigende freie Radikale (aggressive Sauerstoffverbindungen). Anthocyane zählen zu den stärksten Antioxidantien (Radikalenfängern).4 Zudem verhindern sie Plaques (Ablagerungen) an den Wänden der Blutgefässe. Anthocyane wirken somit Herzkreislauferkrankungen entgegen.5

Für Rheumabetroffene ist noch eine weitere gesundheitliche Wirkung von Interesse: Anthocyane bremsen den Knochenabbau, fördern der Knochenaufbau und helfen dem Körper, Calcium und Phosphor in Knochen und Knorpel einzulagern.6

Spitzenreiter unter den anthocyanreichen Beeren sind schwarze Johannisbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren. Jedoch kommen Anthocyane auch in blauen Weintrauben vor sowie in schwarzen Kirschen, Zwetschgen, Auberginen, Randen, Rotkohl und roten Zwiebeln.

Erdbeeren Foto Philippe Collard

Erdbeeren und die Ellagsäure

Erdbeeren haben mehr Vitamin C als Zitronen, aber wussten Sie schon, dass sie auch sehr viel Ellagsäure enthalten? Wenn ELLAG in Ihren Ohren wie ein missratener Markenname klingt, dann lesen Sie rückwärts: GALLE. Tatsächlich wollte ihr Entdecker, der französische Chemiker Henri Braconnot (1780-1855), durch die Wortumkehrung auf die Gallussäure anspielen (die wir heute als einen gesunden Stoff im grünen Tee schätzen).

Wie dem auch sei: Die Ellagsäure ist eine ausserordentlich fleissige Radikalenfängerin. Sie unterdrückt entzündungsfördernde Enzyme wie zum Beispiel COX-2 und aktiviert im Darm spezielle Entgiftungsenzyme.7

Unter den Beeren enthalten Erdbeeren, Brombeeren und Himbeeren am meisten Ellagsäure. Auch noch in kurz gekochter Erdbeer-, Brombeer- oder Himbeerkonfitüre sind nennenswerte Mengen Ellagsäure vorhanden. Weitere wichtige Quellen von Ellagsäure sind Walnüsse, Granatäpfel, rote Weinbeeren, Aroniabeeren und Gojibeeren.8

Kurzum: Geniessen Sie den Sommer und seine Beeren!

Review: Sybille Binder, dipl. Ernährungsberaterin FH, Institut für integrative Naturheilkunde Nhk

I Stock 182418124

Anmerkungen

  1. Apotheke Niklasdorf: Heilsame Beerenkräfte. Schwarze Johannisbeere: nebenwirkungsfreies Pflanzen-Cortison. Abrufbar unter: http://www.aponiklasdorf.at/home/heilpflanzen/schwarzejohannisbeere. Letztmals eingesehen am 25.06.2020.
  2. Deutsches Wörterbuch: Gichtbeere. Abrufbar unter: https://www.dwds.de/wb/dwb/gichtbeere; ebenda: Gichtbaum. Abrufbar unter: https://www.dwds.de/wb/dwb/gichtbaum. Letztmals eingesehen am 29.06.2020.
  3. Zentrum der Gesundheit: Anthocyane in Beeren und Rotkohl. Abrufbar unter: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/anthocyane-ia.html. Letztmals eingesehen am 29.06.2020.
  4. Medmix: Anthocyane entfalten verschiedene positive Wirkungen. Abrufbar unter: https://www.medmix.at/wirkung-der-anthocyane/?cn-reloaded=1&cn-reloaded=1. Letztmals eingesehen am 29.06.2020.
  5. Beata Olas. The multifunctionality of berries toward blood platelets and the role of berry phenolics in cardiovascular disorders, Platelets. 2017;28:6, 540-549, DOI: 10.1080/09537104.2016.1235689
  6. Hygiea-Verlag: Anthocyne. Abrufbar unter: https://hygeia.de/wissensspeicher/flavonoide/anthocyane/. Letztmals eingesehen am 29.06.2020.
  7. Dr. Feil: Erdbeeren [die gesündesten Lebensmittel der Welt]. Abrufbar unter: https://www.dr-feil.com/blog/lebensmittel/erdbeeren.html. Letztmals eingesehen am 29.06.2020. – Gesundheitstrends: Anthozyane aus blau-roten Pflanzen: Wertvolle bioaktive Wirkstoffe. Abrufbar unter: https://www.gesundheitstrends.de/ernaehrung/vitalstoffe/anthozyane.php. Letztmals eingesehen am 29.06.2020.
  8. Gesundheit und Lebenskraft durch Vitalstoffe der Natur: Ein neu entdeckter Vitalstoff aus der Natur – Ellagsäure. Abrufbar unter: http://www.topfruechte.de/ein-neu-entdeckter-vitalstoff-aus-der-natur-ellagsaure/. Letztmals eingesehen am 29.06.2020.

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