Nationale Kampagne «Ich und mein Rheuma»

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«Ich bin jung und habe Rheuma. Das passt nicht ins Schema vieler Menschen», so bringt es Isabella, 20 Jahre und Mitglied des Betroffenenrates der Rheumaliga Schweiz auf den Punkt. Zu häufig musste sich Isabella schon anhören, dass sie für die Krankheit viel zu jung sei und sich nicht so anstellen solle.

Betroffene klären auf und machen Mut

Mit der neuen Kampagne «Ich und mein Rheuma» rüttelt die Rheumaliga Schweiz an gängigen Vorurteilen gegenüber Menschen mit Rheuma. Denn Rheuma ist kein Wehwehchen, sondern eine oftmals schwerwiegende chronische Krankheit, die Menschen jeden Alters treffen kann.

Ich kämpfe nicht nur gegen Schmerzen und Einschränkungen, sondern auch für Akzeptanz.
Sarah, 31 Jahre

Inserat "Ich und mein Rheuma" Sarah

Rheuma hat viele Gesichter, aber einen gemeinsamen Nenner. Schmerzen und Einschränkungen prägen das Leben mit Rheuma. Noch vor 40 Jahren sah man häufig deformierte Gelenke bei Rheumapatientinnen und -patienten. Mit dem medizinischen Fortschritt wurde Rheuma weitestgehend unsichtbar. Ein grosses Stück Lebensqualität einerseits, eine Herausforderung für viele Betroffene andererseits. Menschen mit Rheuma müssen sich im privaten sowie im geschäftlichen Umfeld immer wieder erklären.

Rheuma prägt

Anita Fuellerinserat "Ich und mein Rheuma"

Die Einschränkungen im Alltag sind vielschichtig, denn Rheuma umfasst rund 200 unterschiedliche Krankheitsbilder. Und es kann jeden treffen. Rheuma kennt kein Alter. Mitglieder des Betroffenenrates der Rheumaliga Schweiz erzählen ihre ganz persönlichen Geschichten. Sie berichten von Entbehrungen, Vorurteilen, Stigmatisierung und schmerzenden Gelenken.

Nadine Rhême, 38 Jahre, erzählt von ihrer Ärzte-Odyssee als Kind, bis ihre Diagnose Juvenile idiopathische Arthritis gestellt wurde. In der Primarschule gemobbt, im Berufsleben diskriminiert hat Nadine inzwischen ihren Weg gefunden und möchte mit ihrer Geschichte anderen Betroffenen Mut machen, nicht aufzugeben.

Auch Andrea Möhr, 47Jahre, blickt nach nunmehr sieben Jahren mit der Diagnose Spondyloarthritis positiv in die Zukunft. Nachdem zu Beginn Tränen flossen und sie die Veränderungen in Berufs- und Freizeitleben nur schwer akzeptieren konnte, sagt sie nun versöhnlich: «Ich habe kein schlechteres Leben mit Rheuma, nur ein anderes».

Ruedi Lehner, 69 Jahre, leidet an zwei rheumatischen Krankheiten: Gicht und Arthrose. Die starken Gelenkschmerzen begleiten ihn bereits seit über einem Jahrzehnt. Dank viel Bewegung, einer guten medikamentösen Therapie und einer positiven Grundeinstellung im Leben sagt Ruedi Lehner heute: «Was ich nicht ändern kann, akzeptiere ich und mache das Beste daraus.»

Alle Betroffenen engagieren sich aus Überzeugung – ohne Gage und um anderen Betroffenen Mut zu machen. Herzlichen Dank!

Fotos: Claudia Rohr

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