Coronavirus: häufig gestellte Fragen

Faq Schutterstock Neu

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Coronavirus COVID 19/SARS CoV-2. Die Antworten auf die medizinischen Fragen wurden geprüft von der Clinical-Affairs-Kommission der Schweizerischen Gesellschaft für Rheumatologie (SGR), Prof. Dr. med. Axel Finckh und Prof. Dr. med. Diego Kyburz.

Medizinische Fragen

Besonders gefährdet sind ältere Menschen. Das Risiko für einen schweren Verlauf bei einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus steigt mit zunehmendem Alter. Zusätzlich erhöhen Vorerkrankungen das Risiko.

Ebenfalls als besonders gefährdete Personen gelten schwangere Frauen sowie Personen, die nicht gegen Covid-19 geimpft sind und gleichzeitig insbesondere folgende Erkrankungen aufweisen:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • chronische Atemwegserkrankungen
  • Krankheiten und medikamentöse Behandlungen, die das Immunsystem schwächen wie Therapien mit Prednison (> 20 mg pro Tag), Biologika oder herkömmlichen Basismedikamenten wie Methotrexat, Leflunomid oder anderen Immunsuppressiva
  • Krebs
  • Adipositas Grad III (morbid, BMI ≥ 40 kg/m2)

Das BAG verweist auf neuere Studien, die darauf hindeuten, dass schwangere Frauen bei einer Erkrankung an COVID-19 ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben können als gleichaltrige nicht schwangere Frauen. Dies ist jedoch die Minderheit. Gemäss Studien hatten die schwangeren Frauen mit schweren Krankheitsverläufe meist weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, ein höheres Alter und Vorerkrankungen. Ein schwerer Krankheitsverlauf kann einen negativen Einfluss auf die Schwangerschaft und das ungeborene Kind haben. Quelle: BAG

Um sich zu schützen, ist es sinnvoll, sich an die Richtlinien des BAG zu halten, das heisst, sich die Hände regelmässig gründlich zu waschen oder mit einer antiseptischen Lösung zu desinfizieren. Um andere zu schützen, husten und niesen Sie in ein Taschentuch oder in die Ellenbogenbeuge und bleiben Sie bei Fieber und Husten zu Hause. Den Arzttermin hingegen sollten Sie nicht ohne Absprache mit dem Arzt absagen.

Bei akuten Atemwegssymptomen (z.B. Husten oder Atemnot) und/oder Fieber (≥ 38°C), insbesondere wenn Sie sich in einem vom Coronavirus stark betroffenen Gebiet aufgehalten haben oder in Kontakt mit einer infizierten Person gestanden sind.

Kontaktieren Sie umgehend – zuerst telefonisch – eine Ärztin, einen Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung (zum Beispiel ein Spital).

Eine Infektion mit dem neuen Coronavirus verläuft in der Regel milde. Man kann sie medikamentenfrei durchstehen. Gehen Sie in die Selbstquarantäne, trinken Sie viel Wasser und Kräutertee und gönnen Sie sich ausreichend Schlaf! Zur Symptombekämpfung kann man zu den gleichen Medikamenten greifen wie bei einem grippalen Infekt, zum Beispiel zu fiebersenkenden Mitteln. Bei Unsicherheit holen Sie ärztlichen Rat ein!

Generell wird empfohlen, Therapien mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, trotz der Coronavirus-Pandemie fortzuführen. Auch bei immunsupprimierten Patienten scheint die COVID-19-Infektion grossmehrheitlich milde zu verlaufen.

Im Einzelfall mag der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin die Lage anders einschätzen und immunsupprimierende Medikamente vorsorglich zeitweilig absetzen. Nehmen Sie Rücksprache und folgen Sie den ärztlichen Anweisungen.

Das ist unklar. Wahrscheinlich kommt es zu einer gewissen, aber nicht vollständigen Immunität gegen COVID 19/SARS CoV-2. Das heisst, man kann erneut daran erkranken.

Unter Long-COVID (oder medizinisch genauer: dem Post-COVID-19-Syndrom) versteht man anhaltende Beschwerden nach einer COVID-19-Infektion. Aktuell gibt es keine medizinisch anerkannte Definition dieses neuartigen Krankheitsbildes. Die vielen einschlägigen Symptome reichen von schweren Lungenschäden bis zu unspezifischen Beschwerden, die sich ebenso aus diversen anderen Ursachen erklären lassen, wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Beschwerden nach körperlicher Anstrengung.

Long-COVID ist Gegenstand zahlreicher Untersuchungen, die bisher vor allem bei hospitalisierten Personen erfolgt sind. Wie überall erhöhen Vorerkrankungen die Wahrscheinlichkeit, ein Post-COVID-19-Syndrom zu entwickeln. Aber rheumatische Erkrankungen zählen aktuell nicht zu den Risikofaktoren für Long-COVID.

Kontaktieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie bei sich Long-COVID vermuten. Zur Orientierung über Long-COVID dienen die Informationen des BAG und der Lungenliga Schweiz.

Informationen zu den neuartigen Impfstoffen haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengetragen.

Fragen zum Arbeitsleben

Neu: Die aktuellen Bestimmungen ab 18. Januar 2021

Arbeitgebende haben die Pflicht, die Gesundheit besonders gefährdeter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu schützen. Es gelten die folgenden vier Schutzmassnahmen in dieser Reihenfolge («Kaskade»):

  1. Home-Office: Der/die Arbeitgebende muss das Arbeiten von zu Hause aus organisatorisch und technisch ermöglichen, indem er/sie z.B. die IT-Ausstattung zur Verfügung stellt oder die Nutzung privater Geräte vereinbart. Wird Home-Office angeordnet, schuldet der/die Arbeitgebende keine Entschädigung für Auslagen wie Stromkosten, Beiträge an Mietkosten usw.
  2. Ersatzarbeit im Home-Office: Wenn die reguläre Arbeit nicht von zu Hause aus verrichtet werden kann, muss der Betrieb dem/der Arbeitnehmenden eine gleichwertige Arbeit für das Home-Office zuweisen. Dies bei gleichem Lohn.
  3. Arbeit im Betrieb: Wenn kein Home-Office möglich ist, dürfen besonders gefährdete Arbeitnehmende unter strengen Auflagen im Betrieb arbeiten. Sie dürfen sich dabei aber keinem grösseren Risiko aussetzen müssen als im Home-Office. Die Arbeit ist z.B. in einem Einzelraum oder einem klar abgegrenzten Arbeitsbereich zu verrichten. Jeder engere Kontakt mit einer anderen Person muss ausgeschlossen sein. Generall ist das im Arbeitsbereich übliche STOP-Prinzip anzuwenden: Substitution, Technische Massnahmen, Organisatorische Massnahmen, Persönliche Schutzausrüstung.
  4. Ersatzarbeit im Betrieb: Sind die Risiken der regulären Arbeit im Betrieb zu gross, muss der/die Arbeitgebende dem/der Arbeitnehmenden in Abweichung vom Arbeitsvertrag bei gleicher Entlöhnung eine gleichwertige Ersatzarbeit im Betrieb zuweisen. Es gelten dieselben strengen Auflagen und das STOP-Prinzip.


Lässt sich keine der vier Schutzmassnahmen umsetzen, gilt die Arbeitspflicht als aufgehoben. Der/die Arbeitgebende muss die besonders gefährdete Person unter voller Lohnzahlung freistellen.

Übrigens gelten die Pflichten zum Schutz eines/einer besonders gefährdeten Mitarbeitenden selbst dann, wenn dieser/diese freiwillig darauf verzichten möchte.

Sie haben dem/der Arbeitgebenden Ihre besondere Gefährdung durch eine persönliche Erklärung mitzuteilen.

Der/die Arbeitgebende kann zusätzlich ein ärztliches Attest verlangen. Das Attest darf sich allerdings nur zur besonderen Gefährdung und Arbeitsfähigkeit mit Bezug auf COVID-19 äussern und nicht auf andere gesundheitsrelevante Aspekte eingehen.

Hat der/die Arbeitgebende Zweifel am Attest, kann er eine vertrauensärztliche Untersuchung anordnen.

Sie haben ein Recht auf Anhörung, bevor eine Schutzmassnahme beschlossen wird. Der/die Arbeitgebende soll die beschlossenen konkreten Massnahmen schriftlich dokumentieren und sie dem/der Mitarbeitenden in geeigneter Form mitteilen.

Grundsätzlich können Sie eine zugewiesene Tätigkeit ablehnen, wenn Sie die Vorgaben zum Schutz Ihrer Gesundheit nicht genügend erfüllt sehen. Zum Beispiel können Sie die Arbeit oder Ersatzarbeit im Betrieb verweigern, wenn Sie aus besonderen Gründen meinen, dass die Ansteckungsgefahr trotz der getroffenen Massnahmen zu hoch sei.

In diesem Fall kann der/die Arbeitgebende jedoch ein ärztliches Attest verlangen, das die besonderen Gründe bestätigt.

Anspruchberechtigt sind besonders gefährdete Personen, wenn sie ihrer Arbeitspflicht nicht im Home-Office nachkommen können, wenn ihnen kein Schutz im Betrieb gewährleistet werden kann oder wenn sie die ihnen zugewiesene Ersatzarbeit verweigern. Zahlt der/die Arbeitgebende den Lohn fort, fliesst die Entschädigung direkt auf dessen/deren Konto.

Anspruchberechtigt sind ebenfalls besonders gefährdete Selbständigerwerbende, die aus organisatorischen oder technischen Gründen nicht von zu Hause aus arbeiten können und gleichzeitig einen Erwerbsausfall erleiden.

Der Anspruch auf Erwerbsersatz endet, sobald die Erwerbstätigkeit im Home-Office oder im Betrieb wieder aufgenommen wird. Die Entschädigug bemisst sich am AHV-pflichtigen Erwerbseinkommen vor dem Unterbruch.

Grundsätzlich sind Arbeitnehmende nicht verpflichtet, Überstunden durch Freizeit abzubauen, es sei denn, im Arbeitsvertrag oder GAV ist vereinbart, dass der/die Arbeitgebende die Kompensation von Überstunden einseitig anordnen kann. Wenn es höhere betriebliche Interessen erfordern, sind Arbeitnehmende ausnahmsweise verpflichtet, bei der Kompensation von Überstunden mitzuwirken.

Zudem gilt, dass Überstunden nicht zuerst abgebaut werden müssen, bevor von Kurzarbeitsentschädigungen profitiert werden kann.

Wir befinden uns aktuell in einer besonderen Lage. Grundsätzlich gilt, dass der/die Arbeitgebende den Zeitpunkt der Ferien bestimmt, wobei er/sie auf die Wünsche und die Bedürfnisse des/der Arbeitnehmenden so weit Rücksicht nehmen muss, wie dies mit den Interessen des Betriebs vereinbar ist. Ferien müssen normalerweise mit einer Vorlaufzeit von drei Monaten angeordnet werden.

Zu beachten ist, dass in der Corona-Krise ein dringendes betriebliches Bedürfnis bestehen kann, Ferien anders zu verteilen, und dass Arbeitnehmende in diesem Fall den Arbeitgebenden ein Stück weit entgegenkommen müssen. Denkbar wäre zum Beispiel, nicht bezogenen Ferientage des Vorjahres zu beziehen.

Auch müssen Arbeitnehmende wohl einen kurzfristig angeordneten Ferienbezug akzeptieren, wenn der Betrieb wegen der Pandemiemassnahmen zu wenig Arbeit hat und kein Anspruch auf Kurzarbeit besteht. Allerdings kann von Arbeitnehmenden nicht verlangt werden, die gesamten Ferien eines Jahres zu beziehen, sondern maximal so viele Tage bzw. Wochen, wie ihnen pro rata temporis zustehen.

Nein. Wenn Sie aus einem Land «mit erhöhtem Ansteckungsrisiko» einreisen und unter Quarantäne gestellt werden, haben Sie (wenn Sie nicht im Home-Office arbeiten) keinen Anspruch auf eine Erwerbsausfallentschädigung. Die zehn Quarantäne-Tage gelten in diesem Fall als eine selbst verschuldete Arbeitsverhinderung: Sie müssen enstprechend viele Tage unbezahlt freinehmen oder Ferien-Tage opfern. Ausnahmen:

  • Zwingende persönliche Gründe wie der Besuch eines oder einer sterbenden Angehörigen können eine Reise in ein Land «mit erhöhtem Ansteckungsrisiko» rechtfertigen.
  • Werden Sie nach einer Geschäftsreise ins Ausland unter Quarantäne gestellt, muss der Arbeitgeber für die zehn Quarantäne-Tage Ihren Lohn fortzahlen.

Stichworte