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Selbstmanagement-Förderung in der Arztpraxis

Die Rheumaliga Schweiz stellt die individuelle Befähigung (Empowerment) der Betroffenen im Umgang mit ihrer Erkrankung ins Zentrum und verfolgt das Ziel, diese langfristig zu stärken. Aktuell fördern wir im Rahmen des Pilotprojekts KOMPASS die Selbstmanagement-Kompetenz von Rheumabetroffenen und bilden Fachpersonen diesbezüglich weiter.

Selbstmanagement ist ein wichtiger Aspekt der Gesundheitskompetenz bei chronischen Erkrankungen: Betroffene sollen lernen, mit den Beschwerden, der Behandlung und den körperlichen sowie psychosozialen Auswirkungen ihrer Krankheit besser umzugehen und ihren Lebensstil anzupassen. Die Selbstmanagement-Förderung zielt darauf, Fachpersonen fortzubilden, damit diese die Betroffenen beim Selbstmanagement beraten und unterstützen können.

Selbstmanagementfoerderung BAG
Referenzrahmen Selbstmanagement-Förderung © BAG

Pilotprojekt KOMPASS

Kompass Logo

Das Pilotprojekt KOMPASS (Kompetenzerwerb von Betroffenen einer muskuloskelettalen Erkrankung durch die MPA zur Steigerung des Selbstmanagements) ist im Januar 2019 gestartet und auf drei Jahre angelegt. Anschliessend führt es die Rheumaliga Schweiz als ein Projekt weiter. KOMPASS fördert gegenwärtig die Selbstmanagement-Kompetenzen von Arthritis- und Osteoporose-Betroffenen durch Beratungen, die von medizinischen Praxisassistentinnen und -assistenten (MPA) in der rheumatologischen oder der Hausarztpraxis durchgeführt werden. In Zukunft sollen weitere rheumatische Krankheitsbilder einbezogen werden. Interessierte MPA aus ambulanten rheumatologischen oder Hausarztpraxen können für diese besondere Beratungstätigkeit eine zweiteilige Weiterbildung absolvieren. Sie wird im Rahmen des Pilotprojektes von der Rheumaliga Schweiz mitfinanziert.

Erhalten Sie im Interview mit einer beratenden MPA und einem Rheumatologen einer teilnehmenden Pilotpraxis einen Einblick in das Projekt KOMPASS. Der Artikel ist in der "PraxisArena" 3/2021 des SVA erschienen:

Weiterbildungen KOMPASS

Betreuung von Langzeitpatientinnen und -patienten durch MPA – Modul Rheuma: 5 Tage bei Careum Weiterbildung in Aarau, ab Oktober bis Dezember 2021.

Anmeldung zur Fortbildung bei Careum Weiterbildung

Weiterbildung Rheumaliga Schweiz: 3 Tage bei der Rheumaliga Schweiz in Zürich im Januar und März 2022. Weitere Informationen siehe PDF.

Haben Sie Interesse am Pilotprojekt KOMPASS oder Fragen zu den Weiterbildungen? Angela Mueller steht Ihnen gerne zur Verfügung: a.mueller@rheumaliga.ch

Welchen Nutzen gewinnen Sie für Ihre Arztpraxis?

Die zunehmende Anzahl an Personen mit einer chronischen Erkrankung und die gleichzeitige Verknappung der ärztlichen Ressourcen stellen Fachpersonen vor neue Herausforderungen. Das Projekt KOMPASS unterstützt die Arztpraxen dabei, diese Herausforderung anzugehen, indem gezielt die Kompetenzen der MPA erweitertet werden und durch eine proaktive und teambasierte Betreuung der Betroffenen deren Versorgung trotz Fachkräftemangel sichergestellt werden kann. Unter «Team» verstehen wir im Rahmen des Projektes KOMPASS die ärztliche Fachperson und die/der MPA. Je nach Struktur und Grösse der Praxis zählen weitere Fachpersonen zum Team. Die Förderung des Selbstmanagements der Patientinnen und Patienten bilden bei der Kompetenzerweiterung der MPA einen wichtigen Eckpfeiler.

Mit diesem Lösungsansatz wird im Pilotprojekt KOMPASS nebst einer qualitativ hochstehenden Betreuung für die Patientinnen und Patienten die Rolle der MPA erweitert und gestärkt, da diese die Patientinnen und Patienten auch beraten können. Weiter können sich die ärztlichen Fachpersonen auf ihre Hauptaufgaben fokussieren und werden durch die erweiterte Tätigkeit der MPA entlastet. Nicht zuletzt bietet diese neue Dienstleistung eine weitere Möglichkeit, die Patientinnen und Patienten an die Praxis zu binden und nachhaltig begleiten zu können.

Hilfe zur Selbsthilfe für Patientinnen und Patienten und eine bessere Patientenbindung an die Praxis sind die Hauptgründe, sich am Selbstmanagementprojekt zu beteiligen. Die Zukunft der Patientenbetreuung fängt damit an.
Dr. med. Rainer Klöti, Kantonsspital Baden (Standort Brugg), Rheumatologe

Welchen Nutzen haben Patientinnen und Patienten?

Box Beratung

Erste Erfahrungen zeigen, dass Betroffene, die am Projekt teilgenommen haben, sehr zufrieden sind. Betroffene lernen in den Beratungen, selbst Verantwortung im Umgang mit ihrer Erkrankung zu übernehmen – dies schrittweise und mit konkreten Werkzeugen. Sie lassen sich nicht mehr nur behandeln von den Fachpersonen, sondern sind dazu aufgefordert, auch ihren Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit zu leisten. Gerade bei chronischen rheumatischen Erkrankungen können gezieltes Wissen und Motivation zu einer Verhaltensänderung führen, die einen besseren Umgang mit der Krankheit ermöglicht. Dies trägt zu mehr Lebensqualität der Betroffenen bei und verstärkt gleichzeitig die Behandlungserfolge der Fachpersonen.

Durch diese Beratung habe ich mehr Sicherheit im Umgang mit meiner Krankheit.
RA-Patientin, 77 Jahre

Kontaktpersonen

Angela Mueller
Projektleiterin KOMPASS, Rheumaliga Schweiz

Martina Roffler
Bereichsleiterin Dienstleistungen, Rheumaliga Schweiz

Das Pilotprojekt KOMPASS wurde in der Startphase (2019/2020) von Gesundheitsförderung Schweiz finanziell unterstützt. Ideelle Projektpartner und Projektpartnerinnen, welche das Projekt auch mit ihrem Fachwissen unterstützen, sind die Schweizerische Gesellschaft für Rheumatologie (SGR), Careum Weiterbildung und der Schweizerische Verband Medizinischer Praxis-Fachpersonen (SVA).

Literatur zum Thema