
Osteoporose: Wissen und Tipps in einer handlichen Broschüre
Die Rheumaliga Schweiz informiert in einer gründlich überarbeiteten aktuellen Broschüre über die weitverbreitete Knochenerkrankung Osteoporose.
Die Osteoporose ist eine stille Erkrankung; sie verursacht lange Zeit kaum oder keine Symptome. Oft wird sie erst entdeckt, wenn ein Knochen spontan, bei geringer äusserer Einwirkung oder einem Sturz gebrochen ist. Doch auch nach einem verdächtigen Knochenbruch erfolgt häufig keine gezielte Abklärung.
So kommt es zu einer beträchtlichen Dunkelziffer. Allein in der Schweiz leben schätzungsweise 684 000 Frauen mit einer nicht diagnostizierten oder unbehandelten Osteoporose. Sie erhalten folglich auch keine Anregungen, was sie an ihrem Lebensstil verbessern können, um das erhöhte Knochenbruchrisiko zu senken.
Die Rheumaliga Schweiz will dazu beitragen, diese Versorgungslücke zu schliessen. Zu diesem Zweck haben wir im Rahmen des Schwerpunktthemas Osteoporose die Broschüre zum Thema gründlich überarbeitet, aktualisiert und neu aufgelegt. Sie vermittelt auf 48 Seiten theoretisches Wissen und praktische Empfehlungen für Frauen und Männer, die wissen oder vermuten, dass sie von einer Osteoporose betroffen sind, oder die nach Wegen suchen, einer Osteoporose vorzubeugen.
Was stärkt die Knochen?
Knochen werden nicht durch Calcium stark, sondern indem sie regelmässig belastet werden. Die mechanische Belastung signalisiert den Knochenzellen, das Kollagenfasernetzwerk zu verstärken, das den Knochen gleichzeitig zugfest, elastisch und formstabil macht.
Die elementaren Signale dazu liefert der aufrechten Stand; nicht umsonst verlieren körperlich durchtrainierte Astronauten in der Schwerelosigkeit zehnmal mehr Knochenmasse als ältere Menschen auf der Erde.
Stärkere Reize setzen Bewegungen, die Muskeln und Knochen leicht erschüttern und zum Vibrieren bringen wie Stampfen, Treppensteigen, Hüpfen, Seilspringen, Nordic Walking oder Laufen. Derlei Aktivitäten stimulieren den Knochenstoffwechsel, während erschütterungsfreie und bodenkontaktlose Sportarten wie Schwimmen oder Velofahren ein knochenstärkendes Training lediglich ergänzen, aber nie ersetzen können.
Der Fokus der Bewegungsempfehlungen bei Osteoporose liegt allerdings auf einem progressiven Krafttraining. Denn der intensive Zug der Muskeln an den Knochen stimuliert deren Stoffwechsel am stärksten. Zudem stabilisieren kräftige Bein- und Rumpfmuskeln den ganzen Körper und fördern eine aufrechte Haltung.
Generell wird ein anstrengendes Krafttraining empfohlen. Doch die Broschüre macht auch deutlich, dass das Training bei Osteoporose dem individuellen Leistungsniveau und dem Knochenbruchrisiko angepasst werden muss.
Wie ernährt man sich bei Osteoporose?
Auch zur knochenfreundlichen Ernährung gibt die neue Broschüre einige Empfehlungen ab. Der Erhalt von Muskeln und Knochen bedarf einer regelmässigen Proteinzufuhr.
Gleichzeitig benötigt der Stoffwechsel ein breites Spektrum an Mikronährstoffe, wie sie eine abwechslungsreiche, pflanzlich betonte Ernährung ausgiebig liefern kann. Ausschlaggebend ist nicht dieser oder jeder Nährstoff, sondern das Zusammenspiel zahlreicher Vitamine, Mineralstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe.
Was sagt eine Knochendichtemessung aus?
Die Broschüre gibt einen Überblick darüber, wie die Osteoporose heute diagnostiziert wird und was die einzelnen Messverfahren aussagen. Speziell zur Sprache kommen die Knochendichtemessung mit DXA und andere bildgebenden Verfahren. Erklärt wird auch, auf welche Marker des Knochenstoffwechsels sich heutige Laboruntersuchungen konzentrieren.
Wie wirkt welches Medikament?
Auf den ersten Blick verwirren die diversen Wirkstoffe und Präparate. Aber wenn man die chemischen Klassen unterscheidet und sieht, dass die medikamentöse Therapie der Osteoporose lediglich zwei biologische Wirkprinzipien kennt (antiresorptiv und anabol), vermag sich das Bild zu klären.
Die Broschüre erleichtert den Überblick mit einer Tabelle aller in der Schweiz zugelassenen Osteoporosemedikamente. Sie erklärt auch unterschiedliche Behandlungsstrategien und bei welchen Mitteln es zum Rebound-Effekt oder zur seltenen Nebenwirkung Kiefernekrose kommen kann.
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Wir danken allen, die zum Gelingen dieser Broschüre beigetragen haben, insbesondere der von Osteoporose betroffenen Daniela Annoni. Die in die Broschüre aufgenommenen Bilder von ihr veranschaulichen einen aktiven Alltag mit der Erkrankung, sei es auf ausgiebigen Spaziergängen oder zuhause auf der Yogamatte.
Bestellen Sie die neue Broschüre unter Telefon 044 487 40 10, direkt im Shop oder per E-Mail an: shop@rheumaliga.ch
