Diagnose Osteoporose

Osteoporose

Die stille Knochenerkrankung.

Die Osteoporose ist eine schleichende Erkrankung des ganzen Skeletts, die zu einem hohen Risiko für Knochenbrüche führen kann. Ebenfalls hoch ist die Dunkelziffer: Allein in der Schweiz leben schätzungsweise 684 000 Frauen mit einer nicht diagnostizierten oder nicht behandelten Osteoporose.

Wörtlich bedeutet Osteoporose « löchriger Knochen ». Gemeint sind winzige degenerative Veränderungen im Knochengewebe. Sie bauen Knochenmasse ab und verschlechtern die Knochenarchitektur: Die feinen inneren Strukturen werden dünner oder gehen verloren. Dies schwächt den Knochen und macht ihn spröde. Schon geringe Belastungen können dann zu Brüchen führen.

Gemeinhin wird die Osteoporose als eine normale Alterserscheinung hingenommen. Aus medizinischer Sicht handelt es sich aber um eine chronische Krankheit. Sie erhöht das Risiko für Knochenbrüche und kann sich erheblich auf die Mobilität und die Selbständigkeit auswirken.

Osteopenie und Osteoporose

Oft bezeichnet man die Osteopenie ( wörtlich: « Knochenmangel » ) als Vorstufe der Osteoporose. Jedoch ist eine Osteopenie häufig ein altersentsprechender Normalbefund. Sie führt nicht zwangsläufig zu einer Osteoporose. Je nach der individuellen Risikosituation sollte eine Osteopenie trotzdem ärztlich abgeklärt werden.

Zuordnungen

  • Die Osteoporose zählt zu den Stoffwechselerkrankungen.
  • Sie ist eine Form von Rheuma, weil sie das Skelett und damit den Bewegungsapparat betrifft.
Aufbau der Knochen

Der Knochen ist kein starres Gebilde, sondern ein lebendiges Verbundsystem. Seine Stabilität beruht auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Komponenten: organischer Knochenmatrix und anorganischer Kristalle.

Organische Knochenmatrix

Faserreiches Bindegewebe bildet das organische Gerüst des Knochens und gibt ihm seine Form. Es besteht überwiegend aus Kollagen, einem faserigen Eiweiss, das den Knochen zugfest und biegsam macht. 

Zugfestigkeit bedeutet, dass die Kollagenfasern wie ein gespanntes Seilnetz wirken. Sie verhindern, dass der Knochen unter der Belastung von Zug- und Dehnkräften reisst. Ohne zugfestes Kollagen wäre der Knochen spröde und brüchig.

Hinzu kommt die bemerkenswerte Biegsamkeit der Kollagenfasern. Sie ermöglicht es dem Knochen, sich leicht zu verformen, um Erschütterungen zu absorbieren.

Anorganische Kristalle

In das zugfeste und biegsame Kollagenfasernetzwerk sind mineralische Kristalle eingelagert, vor allem Calcium- und Phosphatverbindungen, die den Knochen härten und druckfest machen. Knochen ist im Grunde mineralisiertes Bindegewebe mit einem Mineralienanteil von normalerweise ungefähr 60 Prozent. Dies macht das Skelett zum grössten Calciumspeicher des Körpers.

Knochenstoffwechsel

Knochen haben einen regen Stoffwechsel und erneuern sich während des ganzen Lebens: Knochenzellen bauen alte oder beschädigte Knochensubstanz laufend ab und neue auf. Dabei werden die organische Knochenmatrix wie die eingelagerten Mineralien regelmässig ersetzt. Innerhalb von sieben bis zehn Jahren erneuert sich das Skelett einmal vollständig. Beim gesunden Erwachsenen halten sich Aufbau und Abbau die Waage. So bleibt der Knochen stabil und kann sich an Belastungen oder hormonelle Veränderungen anpassen. Bei einer Osteoporose hingegen überwiegt der Abbau gegenüber dem Aufbau von Knochensubstanz.

Was tun welche Knochenzellen ?

Knochenzellen sind die zellulären Bestandteile des Knochens. Sie produzieren das Kollagenfasernetzwerk und regulieren dessen Zusammensetzung. Dabei arbeiten verschiedene Zelltypen im Teamwork zusammen, damit die Knochen wachsen, sich erhalten und sich fortlaufend anpassen können.

Osteoklasten

Zuständig für den Knochenabbau. Sie entfernen alte oder geschädigte Knochensubstanz.

Osteoblasten

Zuständig für den Knochenaufbau. Sie bilden neue Knochenmatrix und sorgen für die Einlagerung von Mineralien.

Osteozyten

Zuständig für die Steuerung des Umbaus. Sie überwachen mechanische Belastungen und vermitteln Signale zum Auf- oder Abbau. Zudem regulieren sie den Phosphathaushalt.

Stammzellen (Vorläuferzellen)

Zuständig für die Regeneration. Sie können sich zu knochenbildenden Zellen entwickeln und unterstützen Heilungsprozesse.

Verbreitung

Osteoporose zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im höheren Alter. Dennoch bleiben viele Fälle lange unerkannt, und es ist von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen. Zudem zeigt sich eine Versorgungslücke: Auch nach einem ersten osteoporosebedingten Knochenbruch erhalten die betroffenen Personen nicht immer die nötige Abklärung oder eine angemessene Behandlung.

Osteoporose bei Frauen und Männern

Frauen sind deutlich häufiger von Osteoporose betroffen als Männer, unter anderem wegen hormonellen Veränderungen während und nach den Wechseljahren. In der Schweiz haben jede zweite Frau und jeder fünfte Mann über 50 ein erhöhtes Risiko für osteoporotische Knochenbrüche.

Osteoporose in der Schweiz

6 Prozent der Bevölkerung (525'000 Betroffene)

23 Prozent der Frauen über 50

7 Prozent der Männer über 50

Knochenbrüche und Krankheitslast

Die Krankheitslast der Osteoporose entsteht vor allem durch osteoporosebedingte Knochenbrüche. Davon ereignen sich in der Schweiz rund 82’000 pro Jahr. Besonders häufig betroffen sind die Wirbelsäule, die Hüfte und der Unterarm.

Solche Brüche können gravierende Folgen haben wie anhaltende Schmerzen, Infektionen oder Komplikationen nach einer Operation. Sie beeinträchtigen die Beweglichkeit, gefährden die Selbständigkeit und erhöhen das Risiko für Pflegebedürftigkeit und Sterblichkeit. Vor allem Hüftfrakturen stellen für viele Betroffene einen tiefgreifenden Einschnitt in ihren Alltag dar.

Auch für das Gesundheitswesen sind die Auswirkungen erheblich. Durch Osteoporose verursachte Knochenbrüche und ihre Komplikationen führen zu zahlreichen Spitalaufenthalten und gehören zu den häufigsten Gründen für eine Hospitalisation im höheren Alter.

Ursachen

Der kontinuierliche Umbau der Knochen erhält das Skelett stabil, erlaubt die Anpassung an wechselnde Belastungen und ermöglicht Reparatur und Heilung. Voraussetzung dafür ist, dass Aufbau und Abbau der Knochensubstanz zueinander in einer Balance stehen.

Bei der Osteoporose ist der Knochenstoffwechsel dauerhaft aus dem Gleichgewicht gekippt: Über längere Zeit hinweg wird mehr Knochensubstanz abgebaut als neue gebildet. Dieser schleichende Prozess verschlechtert qualitativ die innere Knochenstruktur und führt zu einem Minus an Knochenmasse.

Die Peak Bone Mass

Zusätzlich spielt ein weiterer spezifischer Faktor hinein: Die meisten Menschen mit einer Osteoporose haben eine vergleichsweise niedrige Peak Bone Mass. Gemeint ist das individuelle Maximum an Knochenmasse, die eine Person im Laufe des Lebens erreicht, normalerweise im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Die Peak Bone Mass teilt das Leben also in zwei Phasen: Von der Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter überwiegt der Knochenaufbau, danach der Abbau, der sich bei Frauen in den Wechseljahren häufig beschleunigt, wohingegen er bei Männern langsamer verläuft.

Infografik Peak Bone Mass

Viele Menschen, die irgendwann eine Osteoporose entwickeln, sind von Anfang an mit einer geringeren Knochenmasse ins mittlere Erwachsenenleben gestartet. Diese ungünstige Ausgangslage wird grösstenteils der Genetik, daneben dem Hormonhaushalt und dem Lebensstil zugeschrieben. Man denke etwa an Bewegungsmangel bei Teenagern, aber auch an Essstörungen in der Pubertät oder schwere chronische Krankheiten in jungen Jahren.

Zu beachten: Die Peak Bone Mass ist ein Vorhersagefaktor (Prädikator) für das spätere Osteoporoserisiko. Jedoch ist für die individuelle Risikoeinschätzung die DXA-Messung der Knochenmineraliendichte massgeblich.

Primäre und sekundäre Osteoporose

Die Medizin unterscheidet zwischen einer primären und einer sekundären Osteoporose. Die primäre Form gilt als meist alters- oder hormonbedingt und tritt ohne andere erkennbare Grunderkrankung auf. Bei der sekundären Osteoporose rührt der Knochenabbau von einer anderen Krankheit oder einer medikamentösen Behandlung her.

Calciummangel

Calcium ist ein unentbehrlicher Baustoff des Knochens, es härtet ihn. Trotzdem ist die Osteoporose nicht einfach eine Calciummangel-Erkrankung. Entscheidend ist, wie gut das Calcium und all die anderen Mineralstoffe wie Phosphor, Magnesium, Fluorid, Zink, Mangan, Kupfer, Silicium, Kalium usw. in das organische Kollagenfasernetzwerk eingebaut sind und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen. So kann zum Beispiel übermässig viel Phosphor ( namentlich in stark verarbeiteten Lebensmitteln ) die Calciumaufnahme behindern.

Einflüsse auf den  Knochenstoffwechsel

Grundsätzlich können verschiedene Faktoren den Knochenstoffwechsel aus dem Lot bringen und eine Osteoporose begünstigen. Oft spielen mehrere Faktoren über längere Zeit zusammen:

  • Hormonelle Veränderungen: oft in Zusammenhang mit den Wechseljahren, Störungen der Schilddrüse oder der Nebenschilddrüsen.
  • Chronische Entzündungen: häufig bei einer rheumatoiden Arthritis und anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.
  • Ernährung: Eine langfristig ungünstige Ernährung kann den Knochenstoffwechsel beeinträchtigen, etwa bei unzureichender Zufuhr von Eiweiss oder Vitamin D.
  • Untergewicht und Mangelernährung: insbesondere bei anhaltendem Energie- und Nährstoffmangel.
  • Bewegungsmangel oder Immobilisation: Schon Bewegungsmangel im Alltag erhöht das Osteoporoserisiko ; Bettlägerigkeit oder eingeschränkte Mobilität verstärken es zusätzlich.
  • Rauchen und übermässiger Alkoholkonsum: können den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen und das Sturzrisiko erhöhen. Das Risiko steigt mit der Menge bzw. Dosis.

  

Medikamente und Knochenabbau

Bestimmte Medikamente können den Knochenabbau beschleunigen oder die Knochenneubildung hemmen. Gründlich belegt ist dies für Cortison: Eine Cortison-Therapie kann schon nach wenigen Monaten zu einem messbaren Knochenabbau führen und das Knochenbruchrisiko erhöhen.

Auch Antihormontherapien beeinflussen den Knochenstoffwechsel. Dazu zählen bestimmte Krebsmedikamente wie Aromatasehemmer ( zum Beispiel bei hormonrezeptorpositivem Brustkrebs ) sowie die Androgen-Hormonentzugstherapie ( bei Prostatakrebs ). Gleiches gilt für Medikamente, die auf das Nervensystem einwirken, wie einzelne Antidepressiva und Antiepileptika.

Wie stark das Risiko steigt, hängt von Dauer, Dosierung und individueller Situation ab. Deshalb sollte man Nutzen und mögliche Risiken einer medikamentösen Therapie sorgfältig abwägen.

Symptome

Der fortschreitende Abbau von Knochensubstanz selber verursacht keine Schmerzen. Schmerzhaft sind vielmehr die Folgen wie osteoporosebedingte Knochenbrüche. Umso wichtiger ist es, frühe Warnzeichen zu erkennen.

Gängige Warnzeichen

Auch wenn typische Frühsymptome fehlen, gibt es dennoch Hinweise, die auf eine reduzierte Knochenstabilität hindeuten, vor allem ab dem Alter von 50 Jahren. Dazu zählen Rückenschmerzen, die neu auftreten, plötzlich einsetzen oder ohne erkennbare Ursache anhalten. Weitere Warnzeichen sind eine zunehmende Verkrümmung der Wirbelsäule, ein Rundrücken oder eine veränderte Körperhaltung.

Ein starkes Warnsignal ist die Abnahme der Körpergrösse um mehr als 4 cm im Laufe des Erwachsenenlebens. Dazu kommt es, wenn mehrere Wirbelkörper brechen, ohne Schmerzen zu verursachen.

Typische Knochenbrüche bei Osteoporose

Typisch für Osteoporose sind Knochenbrüche bei geringen Belastungen, denen ein stabiler Knochen locker standhielte. Dazu gehören Brüche nach einem Sturz aus dem Stand oder bei alltäglichen Tätigkeiten.

Besonders häufig betroffen sind die Wirbelkörper der Brust- und Lendenwirbelsäule. Solche Brüche können beim Heben, Drehen oder auch ohne klar nennbare Auslöser auftreten. Ebenfalls typisch sind Hüftbrüche nach einem Sturz sowie Brüche am Unterarm oder Oberarm.

Einige Frakturen treten statistisch früher auf als andere: Dazu gehören insbesondere handgelenksnahe Brüche und Wirbelkörperfrakturen, während Hüftfrakturen häufiger im höheren Lebensalter auftreten.

Wann zur ärztlichen Untersuchung?

  • Wenn Osteoporose in der Familie bekannt ist ( Eltern, Geschwister ).
  • Wenn Sie sich einen Knochen brechen.
  • Wenn Sie ab 50 neu auftretende oder plötzlich einsetzende Rückenschmerzen bemerken.
  • Wenn Sie als Frau früh ( vor 45 ) in die Menopause gekommen sind.
  • Wenn Sie einen Grössenverlust von mehr als 4 cm oder sichtbare Verkrümmung der Wirbelsäule feststellen.
  • Wenn Sie nach einer diagnostizierten Osteopenie oder Osteoporose neue Schmerzen bekommen oder stürzen.

Begleiterkrankungen und mögliche
Folgeprobleme

Eine Osteoporose bleibt selten auf die Knochen beschränkt. Häufig treten weitere gesundheitliche Folgen auf, die sich gegenseitig verstärken können. Dazu zählen insbesondere Muskelabbau, erhöhte Sturzgefahr, chronische Schmerzen und psychische Belastungen.

Knochenbrüche bei Osteoporose haben vor allem im fortgeschrittenen Alter erhebliche Auswirkungen. Nach einem Knochenbruch leiden einige Betroffene unter anhaltenden Schmerzen, bewegen sich weniger frei und verlieren an Muskelkraft. Muskelabbau ( Sarkopenie ) und verminderte körperliche Leistungsfähigkeit gelten als wichtige Begleitprobleme der Osteoporose. Wirbelkörperbrüche können ausserdem die Körperhaltung verändern, mit zusätzlichen Belastungen für Muskeln und Gelenke. 

Körperliche, psychische und soziale Folgen 

Sturzangst und sozialer Rückzug gehören zu den häufigsten psychosozialen Folgen bei Osteoporose. Aus Furcht, erneut zu stürzen, bewegen sich viele Betroffene weniger und meiden Aktivitäten, die früher selbstverständlich waren.  So nehmen Muskelkraft, Gleichgewicht und Sicherheit ab, wodurch das Sturzrisiko weiter steigt – es entwickelt sich ein Teufelskreis.

Bewegen sich Betroffene über längere Zeit weniger, wirkt sich dies nicht nur auf den Bewegungsapparat, sondern auch auf Herz und Lunge aus. Viele ermüden schneller oder geraten bereits bei leichter körperlicher Aktivität ausser Atem.

Viele Betroffene empfinden es als sehr belastend, wenn sie nach einem Sturz auf fremde Hilfe angewiesen und nicht mehr selbständig sind. Dies kann zu Depressionen führen. Diese Reaktionen sind nachvollziehbar und bei chronischen Erkrankungen weit verbreitet. Dennoch muss man damit nicht allein bleiben – ärztliche, psychologische oder beratende Unterstützung kann helfen, diese Belastungen zu bewältigen.

Diagnose

Die Diagnose einer Osteoporose stützt sich nie auf ein einzelnes Testergebnis, sondern auf mehrere Untersuchungen und die ärztliche Gesamteinschätzung. Zur Beurteilung gehören unter anderem die persönliche Krankengeschichte, die körperliche Untersuchung, bildgebende Verfahren sowie ergänzende Laboruntersuchungen. Neben der Knochendichte wird dabei berücksichtigt, ob bereits Knochenbrüche aufgetreten sind und welche individuellen Risikofaktoren bestehen.

Bildgebende Verfahren

Die Knochendichtemessung mit DXA ( von englisch dual-energy X-ray absorptiometry ) ist ein Messverfahren, das mit schwachen Röntgenstrahlen bestimmt, wie viel mineralische Substanz der Knochen enthält. Anhand dieser Werte lässt sich abschätzen, wie stark die Knochenmineraliendichte vom Durchschnitt junger, gesunder Menschen abweicht.

Gemessen wird in der Regel an der Lendenwirbelsäule und an der Hüfte, also dort, wo osteoporosebedingte Brüche besonders häufig auftreten. Bei einer diagnostizierten und medikamentös behandelten Osteoporose wird die DXA-Messung in der Regel alle zwei bis fünf Jahre auch zur Verlaufskontrolle eingesetzt. Die Ergebnisse werden mit Referenzwerten verglichen und als T-Score ( siehe weiter unten ) angegeben.

Daneben stehen weitere Verfahren zur Verfügung. Eine Ultraschallmessung am Fersenbein ist einfach durchzuführen und kommt ohne Strahlenbelastung aus. Sie liefert Hinweise auf die Knochenqualität, erlaubt aber keine sichere Diagnose und eignet sich nicht für Verlaufskontrollen.

In besonderen Situationen kann zusätzlich eine quantitative Computertomographie zum Einsatz kommen. Sie gibt Einblick in die innere Knochenstruktur. Aufgrund der höheren Strahlenbelastung und der Kosten wendet man sie aber nicht routinemässig an.

Was sagen die Messungen aus ?

Die verschiedenen Verfahren erfassen unterschiedliche Aspekte des Knochens. Die DXA-Messung zeigt lediglich, wie viel mineralische Substanz ( vorwiegend Calcium ) im Knochen vorhanden ist. Andere Verfahren liefern ergänzende Hinweise zur organischen Knochenmatrix bzw. zur Knochenarchitektur. 

Kein Verfahren vermag die Stabilität eines Knochens vollständig abzubilden. Die Ergebnisse müssen im Zusammenhgang mit dem Alter, Vorerkrankungen, früheren Frakturen und weiteren Risikofaktoren beurteilt werden.

Laboruntersuchungen und Spezialverfahren

Laboruntersuchungen helfen, mögliche Ursachen oder Begleiterkrankungen zu erkennen, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen können. Recht oft gemessen werden die folgenden drei Marker des Knochenstoffwechsels.

  • Beta-CrossLaps ist ein Abbauprodukt des Kollagens. Daran lässt sich ablesen, wie viel Knochenmasse gerade abgebaut wird.
  • P1NP misst die Aktivität der aktuellen Knochenneubildung.
  • Alkalische Phosphatase misst die allgemeine Aktivität des Knochenstoffwechsels.

Eine Knochenbiopsie wird nur selten durchgeführt, etwa bei unklaren oder widersprüchlichen Befunden. Moderne bildgebende Methoden können heute bestimmte Struktureigenschaften sichtbar machen, ohne dass Gewebe entnommen werden muss.

T-Score und das Frakturrisko

Der T-Score beschreibt, wie stark die gemessene Knochenmineraliendichte von der eines jungen, gesunden Menschen des gleichen biologischen Geschlechts abweicht. Er ist ein wichtiger Anhaltspunkt, reicht allein jedoch nicht aus, um das Frakturrisiko zuverlässig einzuschätzen. 

Osteoporose-Risiko-Check

Zum Einstieg ins Thema Osteoporoserisiko empfehlen sich Online-Angebote wie der Osteoporose-Risiko-Check der Rheumaliga. Sollten dabei Fragen oder Unsicherheiten aufkommen, kann ein Gespräch mit einer medizinischen Fachperson helfen, die Einschätzung des Checks besser einzuordnen.

Osteoporose-Risiko-Check

Behandlung und Selbsthilfe

Das Ziel der Osteoporose-Behandlung ist die Verhinderung von Knochenbrüchen. Die unterschiedlichen Massnahmen tragen auf verschiedene Weise dazu bei und greifen ineinander: Sturzprävention und Lebensstilmassnahmen in den Bereichen Bewegung und Ernährung bilden die Grundlage. Gleichzeitig greifen Medikamente gezielt in den Knochenstoffwechsel ein.

Sturzprävention

Die meisten osteoporosebedingten Knochenbrüche sind die Folge eines Sturzes. Massnahmen zur Vorbeugung von Stürzen sind deswegen ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung, vor allem bei älteren Menschen. 

Es gilt also, die Bein- und Rumpfmuskulatur zu kräftigen, das Gleichgewicht zu fördern und für ein sicheres Umfeld zu sorgen. So lässt sich das Sturzrisiko schon allein dadurch senken, dass man die Wohnung gut ausleuchtet, Handläufe oder Griffe montiert, Stolperfallen beseitigt und Teppiche rutschfest macht. 

Ebenso wichtig sind geeignetes Schuhwerk statt lose Pantoffeln, eine angepasste Sehkorrektur und allenfalls der Einsatz von Hilfsmitteln. 

Bei Unsicherheit, Schwindel oder Müdigkeit sollte auch überprüft werden, welche Medikamente regelmässig eingenommen werden.

Bewegung und Training

Spaziergänge, Velofahren und Schwimmen sind bei Osteoporose nicht genug. Knochen brauchen stärkere Reize.

Erschütterungen

Wer seinen Knochenstoffwechsel anregen will, muss den ganzen Bewegungsapparat regelmässig leichten Erschütterungen aussetzen und zum Vibrieren bringen, etwa durch Hüpfen, Springen, Stampfen, schnelles Gehen oder Laufen.

Krafttraining

Kräftige Muskeln unterstützen die Knochen und stabilisieren den ganzen Körper. Zudem regt der Zug der Muskeln an den Knochen deren Stoffwechsel an und fördert so den Knochenaufbau. 

Aus diesen Gründen wird bei Osteoporose ein regelmässiges progressives Krafttraining empfohlen. Es soll vor allem die Bein- und die Rumpfmuskulatur kräftigen. Dies stärkt den Rücken und fördert eine aufrechte Haltung. Man kann das Krafttraining mit Geräten, Gewichten, elastischen Bändern oder anfangs auch nur mit dem eigenen Körpergewicht durchführen. Die Hauptsache ist, intensiv zu trainieren.

Das Training soll als anstrengend bis schwer empfunden werden und bis nahe an die muskuläre Ermüdung gehen. Empfohlen wird das Krafttraining zwei- oder dreimal pro Woche.

Gleichgewichtsübungen

Ebenfalls wichtig sind Übungen zur Balance und Koordination, etwa Gleichgewichtsübungen im Tandem- oder im Einbeinstand, Richtungswechsel, Dual-Task-Übungen oder im Stand ausgeführte Bewegungsformen wie Qi-Gong und Tai-Chi. 

Auch Gleichgewichtsübungen sind bis an die Grenze des Machbaren auszuführen. Dabei kann es ein schönes Erfolgserlebnis sein, festzustellen, wie sich diese Grenze bei regelmässigem Üben nach oben verschiebt, ähnlich wie die Ermüdungsgrenze beim progressiven Krafttraining.

Training individuell anpassen

Selbstverständlich ist die generelle Empfehlung zu intensiver Bewegung und einem anstrengenden Training dem individuellen Leistungsniveau anzupassen, ebenso dem eigenen Knochenbruchrisiko. Sind schon Wirbelkörper gebrochen, sollten man tiefe Vorbeugungen vermeiden, die Wirbelsäule nie ruckartig bewegen oder solche Bewegungen nur unter physiotherapeutischer Anleitung ausführen. Bei Wirbelbrüchen können auch sanfte Übungen im Wasser, Atem- und Entspannungsübungen hilfreich sein und Schmerzen lindern.

Ernährung

Eine knochenfreundliche Ernährung ist abwechslungsreich. Sie liefert dem Körper ausreichend Energie und eine Fülle von Mineralstoffen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen.

Calcium

Calcium sollte möglichst über die Ernährung aufgenommen werden. Optional und nach ärztlicher Absprache können angereicherte Produkte und gegebenenfalls Ergänzungen helfen, Versorgungslücken zu vermeiden.

Eiweiss

Eine ausgewogene Ernährung mit einer täglichen Zufuhr von 1,2 bis 1,5 g Eiweiss ( Protein ) pro Kilogramm Körpergewicht trägt dazu bei, Knochen und Muskeln zu erhalten, und unterstützt damit auch andere Therapiebausteine wie Bewegung, Training und Sturzprävention.

Detailliertere Ernährungsempfehlungen lesen Sie weiter unter Prävention.

Vitamin D

Vitamin D unterstützt die Aufnahme von Calcium und ist auch für die Muskelfunktion und das Gleichgewicht wichtig. Vitamin D wird hauptsächlich durch Sonnenlicht auf der Haut gebildet. Darum erreichen viele Menschen insbesondere im Winterhalbjahr keinen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel. Eine Supplementierung ist daher häufig sinnvoll. Zu berücksichtigen sind dabei Faktoren wie das Alter, die Aufenthaltsdauer im Freien und gegebenenfalls Laborwerte.

Medikamentöse Therapie

Auf den ersten Blick mögen die vielen zugelassenen Osteoporosemedikamente verwirren. Man kann sich aber leicht einen Überblick verschaffen, wenn man die chemischen Klassen unterscheidet und sich klarmacht, dass die medikamentöse Therapie der Osteoporose nur zwei biologische Wirkprinzipien kennt: antiresorptiv und anabol.

Antiresorptiva hemmen die knochenabbauenden Zellen ( Osteoklasten ), ohne den Aufbau neuer Knochenmatrix zu fördern. 

Osteoanabolika hingegen stimulieren den Aufbau neuer Knochenmatrix durch die Osteoblasten. 

Bisphosphonate

Bisphosphonate wirken antiresorptiv. Sie werden teils als Tablette eingenommen, teils gespritzt (intravenöse Injektion).

  • Alendronat (Fosamax® und Generika) 
  • Ibandronat (Bonviva® und Generika)
  • Risedronat (Actonel® und Generika) 
  • Zoledronat (Aclasta® und Generika)

Antikörpertherapien

Bei erhöhtem Frakturrisiko können Antikörper unter die Haut gespritzt werden (subkutane Injektion).

  • Denosumab (Prolia® und Biosimilars) mit antiresorptiver Wirkung hemmt gezielt den Knochenabbau.
  • Romosozumab (Evenity®) mit dualer Wirkung stimuliert den Knochenaufbau und vermag den Abbau leicht zu hemmen.

Östrogene

Selektive Östrogen-Rezeptor Modulatoren (SERMs) wirken antiresorptiv. Sie hemmen gezielt den Knochenabbau. Damit behandelt werden vorwiegend bei Frauen nach der Menopause.

  • Raloxifen (Evista®)
  • Bazedoxifen (Conbriza®), in der Schweiz aktuell nicht zugelassen

Parathormonähnliche Wirkstoffe (PTH- und PTHrP-Analoga)

Parathormonähnliche Präparate wirken anabol. Sie werden bei schwerer Osteoporose angewendet. Darreichungsform: subkutane Injektion. 

  • Teriparatid (Forsteo® und Biosimilars)
  • Abaloparatid (Tymlos® und Biosimilars)

Sequenzielle Therapie

Standardmässig erfolgt die erste medikamentöse Osteoporose-Behandlung mit Bisphosphonaten. Je nach dem individuellen Frakturrisiko kann aber auch anders begonnen und ein anderer Weg eingeschlagen werden. 

So wird bei einer sequenziellen Therapie in der Regel erst ein osteoanaboles Mittel gegeben, um die Knochenmasse schnell aufzubauen und die Frakturgefahr drastisch zu senken. Anschliessend stellt man die Therapie auf ein antiresorptives Mittel um, um den neu aufgebauten Knochen zu stabilisieren und den weiteren Abbau zu verhindern. 

Eine sequenzielle Therapie ist der betroffenen Person, ihrem Frakturrisiko und dem Verlauf ihrer Osteoporose individuell anzupassen, wobei zur Kontrolle regelmässig die Knochenmineraliendichte gemessen und Laborwerte ermittelt werden müssen.

Therapietreue

Ohne ärztliche Absprache sollte weder eine Dosis ausgelassen noch das Medikament abgesetzt werden. Das gilt besonders für Denosumab: Setzt man es ab, kann es ohne Anschlussbehandlung zu einem Rebound-Effekt kommen: einem schnellen Verlust von Knochensubstanz, der häufig Wirbelbrüche nach sich zieht. Lesen Sie mehr über den Rebound-Effekt bei Denosumab und Romosozumab im Beitrag Prolia® und Evenity®: Wie den Rebound verhindern?

Nutzen und Risiken

Alle gezielt wirkenden Medikamente können Nebenwirkungen haben. Ausschlaggebend ist deshalb die individuelle Abwägung zwischen Nutzen und Risiken. Dabei spielen unter anderem die Nieren- und die Zahngesundheit, Begleiterkrankungen sowie die geplante Therapiedauer eine Rolle. Kiefernekrosen sind eine seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung von antiresorptiven Osteoporose-Medikamenten wie Bisphosphonaten und Denosumab. Besonders nach zahnärztlichen Eingriffen oder bei schlechter Zahn- und Mundhygiene kann Knochengewebe im Kiefer absterben.

Calcium- und Vitaminpräparate

Damit neu gebildete Knochensubstanz druckfest wird, muss sie ausreichend mineralisiert werden. Dafür ist Calcium essenziell, dessen Aufnahme im Darm durch Vitamin D gesteigert wird. Eine Supplementierung mit Calcium und Vitamin D ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Bedarf über die Ernährung bzw. den Lebensstil nicht gedeckt wird. Präparate schliessen Versorgungslücken, ersetzen aber weder Bewegung noch eine ausgewogene Ernährung.

Prognose

Eine Osteoporose selbst ist keine lebensbedrohliche Krankheit. Entscheidend für die Prognose sind die Folgen von Knochenbrüchen. Bereits ein erster osteoporosebedingter Bruch ist ein Warnsignal. Frakturen können die Beweglichkeit einschränken, die Selbständigkeit vermindern und das Risiko für weitere gesundheitliche Komplikationen wie Infektionen oder Kreislaufprobleme erhöhen. Besonders im ersten Jahr nach einer Fraktur ist die Gefahr erhöht, erneut zu stürzen oder sich einen weiteren Bruch zuzuziehen. Die Vermeidung von Frakturen ist deshalb zentral, um Sicherheit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. Dabei spielen sowohl medizinische Faktoren als auch der persönliche Umgang mit der Erkrankung eine Rolle.

Eine günstige Prognose ist wahrscheinlicher, wenn Risiken früh erkannt und Behandlungen rechtzeitig begonnen und konsequent umgesetzt werden – idealerweise vor oder unmittelbar nach der ersten osteoporosebedingten Fraktur. Dazu gehören eine langfristige Therapietreue, regelmässige Kontrollen, Bewegung, die Behandlung von Begleiterkrankungen wie Schmerzen oder Gleichgewichtsstörungen sowie ein knochengesunder Lebensstil.

Ungünstig wirkt sich aus, wenn die Risiken bestehen bleiben, wenn Sie sich als betroffene Person aus Unsicherheit weniger bewegen oder wenn Sie die Medikamente unregelmässig einnehmen oder eigenhändig absetzen.

Prävention

Die Prävention der Osteoporose verfolgt zwei Ziele: die Knochen stabil zu erhalten und Stürze mit ihren oft folgenreichen Brüchen zu vermeiden. Viele präventive Massnahmen wirken auf beiden Ebenen, indem sie nicht nur den Knochen stabilisieren, sondern auch die Muskelkraft aufbauen, die Reaktionsfähigkeit verbessern und das Gleichgewicht und die Koordination stärken. Sie können selbst viel dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen.

Sturzprävention

Das Reduzieren von Stolperfallen, eine gute Beleuchtung sowie Haltegriffe, Handläufe und rutschfeste Unterlagen können das Sturzrisiko deutlich senken. Zu empfehlen sind auch erhöhte Toilettensitze oder stabile Sitzgelegenheiten mit Armlehnen, ebenso ein Duschhocker.

Gehstöcke, Rollatoren, Greifhilfen, rutschfeste Schuhe oder Hüftschutzeinlagen können Sicherheit geben und Aktivität ermöglichen. Sie sind kein Zeichen von Schwäche, sondern dienen dazu, Mobilität und Selbständigkeit möglichst lange zu erhalten.

Bewegung und Training

Die Bewegungsempfehlungen zur Prävention der Osteoporose sind dieselben wie die zur Therapie: ein regelmässiges Krafttraining, Gleichgewichtsübungen und Aktivitäten im aufrechten Stand mit Bodenkontakt wie zügiges Gehen, Nordic-Walking, Treppensteigen, Wandern, Hüpfen oder Tanzen. Eine Kombination aus Kraft- und Balancetraining senkt das Sturzrisiko. Auch kurze, etwas schwungvollere Bewegungen, Seilspringen oder angeleitetes Trampolintraining können den Knochenstoffwechsel ankurbeln.

Sportarten ohne Bodenkontakt wie Schwimmen, Aquafitness oder Velofahren stimulieren den Knochenstoffwechsel hingegen kaum; sie ergänzen ein knochenstärkendes Training. Für viele Betroffene ist ein angeleitetes Angebot ein guter Einstieg. Die Rheumaliga Schweiz bietet mit dem nationalen Kurskonzept Osteogym ein wissenschaflich fundiertes Trainingsprogramm speziell für Osteoporose-Betroffene an. Zur Sturzprävention empfiehlt sich auch das Gymnastikkonzept EverFit für ältere Menschen.

Videos zum Heimtraining

Ernährung, Sonnenlicht und Lebensstil

Für stabile Knochen ist eine ausreichende Nährstoffver- sorgung erforderlich. Ausschlaggebend ist nicht ein einzelner Nährstoff, sondern das Zusammenspiel verschiedener Bausteine. Eine regelmässige Proteinzufuhr unterstützt den Erhalt von Muskelkraft und Knochenmatrix. Mineralstoffe und Mikronährstoffe wie Calcium, Magnesium, Kalium und Spurenelemente werden optimal über eine abwechslungsreiche Ernährung aufgenommen.

Zu bevorzugen

Gemüse, Früchte, Hülsenfrüchte und Nüsse liefern wichtige Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe wie Quercetin (zum Beispiel in Zwiebeln, Äpfel, Kapern, Beeren), Kaempferol (zum Beispiel in Grünkohl, Broccoli, Grüntee) und Isoflavone (zum Beispiel in Sojabohnen, Tofu, Tempeh). Im Zusammenhang mit der Osteoporose ist häufig von der Übersäuerung des Körpers die Rede. Doch bei einer insgesamt ausgewogenen, pflanzlich betonten Ernährung mit ausreichend Eiweiss und Mineralstoffen steht die Säure-Basen-Bilanz einzelner Lebensmittel nicht im Vordergrund.

Zu meiden

Ungünstig wirken sich stark verarbeitete Produkte (wie zum Beispiel die Fertiglasagne aus dem Tiefkühler) sowie stark zuckerhaltige Lebensmittel aus. Auch Genussmittel beeinflussen das Frakturrisiko negativ, allen voran Alkohol. Zum einen erhöht er das Sturzrisiko, weil er die Koordination, den Gleichgewichtsinn und die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt. Zum andern kann sich ein regelmässiger hoher Alkoholkonsum negativ auf den Knochenstoffwechsel auswirken. Auch Rauchen kann den Knochenstoffwechsel beeinträchtigen und das Risiko für Knochenbrüche steigern.

Calcium

Eine ausgewogene Ernährung integriert viele wichtige Calciumquellen wie Milchprodukte, Sesam (auch als Tahin), Chiasamen, Grünkohl, aber auch Wildkräuter. Diese sind insbesondere bei vegetarischer oder veganer Ernährung von Bedeutung.

Vitamin D

Vitamin D steigert die Aufnahme von Calcium und Phosphor und trägt zur Muskelfunktion bei. Kurze, regelmässige Aufenthalte im Tageslicht reichen für viele Menschen aus, um die körpereigene Bildung anzuregen. In den Sommermonaten genügen dazu 15 bis 30 Minuten Tageslicht auf Gesicht und Hände. Ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel haben Sie, wenn Sie sich wenig im Freien aufhalten, generell im Winterhalbjahr, im höheren Lebensalter oder bei bestimm- ten Erkrankungen. Hier empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung.

Vitamin K2

Die neuere Forschung hat ein weiteres Vitamin zu Osteoporose-Prävention ins Spiel gebracht: K2. Es aktiviert Osteocalcin, ein Protein, das Calcium in die Knochenmatrix einbaut. Die mit Abstand reichhaltigste natürliche Quelle von Vitamin K2 ist Natto (fermentierte Sojabohne). Kleinere Mengen sind in gereiftem Käse, Gänseleber, Eiern und praktisch allen Nahrungsmitteln enthalten.

Zusammenfassung

  • Die Osteoporose ist eine umfassende Skeletterkrankung. Qualitativ verschlechtert sich dabei die Feinstruktur des Knochens, und quantitativ geht Knochenmasse verloren. Dadurch steigt das Risiko für Knochenbrüche.
  • Osteoporose ist weitverbreitet, besonders unter älteren Menschen. Frauen nach den Wechseljahren sind deutlich häufiger betroffen als Männer.
  • Der Osteoporose liegt eine Störung des Knochenstoffwechsels zugrunde. Eine zentrale Rolle spielen dabei das Alter, hormonelle Veränderungen und weitere biologische Faktoren.
  • Die wichtigste Untersuchung ist die Knochendichtemessung mittels DXA. Zusätzlich helfen eine sorgfältige Anamnese, Laboruntersuchungen und Bildgebung, das Risiko für Knochenbrüche und mögliche Ursachen individuell abzuklären.
  • Ziel der Osteoporose-Behandlung ist es, Knochenbrüche zu verhindern. Lebensstilmassnahmen wie Bewegung, Sturzprävention und eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen werden dazu mit medikamentösen Therapien kombiniert, die den Knochenabbau bremsen oder den Knochenaufbau fördern.

Redaktion: Dr. sc. EPFL Tanja Blumenschein, www.iaculis.ch; Dr. sc. ETH Theresa Rauschendorfer, www.iaculis.ch

Fachliche Prüfung: Prof. Dr. med. Judith Everts-Graber, Leiterin Osteoimmunologie, Inselspital Bern; Sybille Binder, dipl. Ernährungsberaterin BSc BFH, www.sybillebinder.ch; Karin Imholz, Leiterin Gesundheitsversorgung und Prävention, Rheumaliga Schweiz; Nadja Gensterblum, Administration Sturzprävention, Rheumaliga Schweiz

Veröffentlichung: August 2026

Angebote für Frauen mit einer Osteoporose 

Nutzen Sie die Informationsangebote, die Beratung und die Kurse der Rheumaliga.