
Chronische Krankheiten verunsichern und können zum sozialen Rückzug führen, ängstigen und zermürben. Ein vertrauliches Gespräch mit einer erfahrenen Psychologin kann in dieser Situation wertvolle Anregungen vermitteln.

«Sozialer Rückzug ist verständlich, aber nicht unvermeidlich», erklärt Alexandra Drechsel. Sie berät im Auftrag der Rheumaliga Schweiz Rheumabetroffene und Angehörige. «Unterstützung durch offene Gespräche, angepasste Aktivitäten, Selbsthilfegruppen oder psychologische Begleitung kann helfen, soziale Kontakte trotz Rheuma aufrechtzuerhalten. Es geht nicht darum, sofort wieder ‚voll leistungsfähig‘ zu sein, sondern neue realistische Wege der sozialen Teilhabe zu finden.» Weitere häufige Themen sind der Umgang mit chronischen Schmerzen und die Auswirkungen der Krankheit auf die Partnerschaft und die Familie.
Fühlen Sie sich angesprochen? Dann vereinbaren Sie einen Termin für ein maximal 60-minütiges Beratungsgespräch mit Alexandra Drechsel an einem unserer monatlichen Beratungstage. Das Gespräch versteht sich als eine Erstberatung und nimmt eine Auslegeordnung vor: Was stresst mich? Wo liegen meine Stärken und wie komme ich in die Balance? Und: Benötige ich weitergehende professionelle Hilfe? Das Angebot ist kostenlos und richtet sich an frisch diagnostizierte Rheumabetroffene, länger erkrankte Rheumabetroffene und deren Angehörige.
Beratungstage 2026 (nachmittags)
Wochentag | Datum |
|---|---|
| Dienstag | 20. Januar |
| Dienstag | 17. Februar |
| Dienstag | 17. März |
| Dienstag | 14. April |
| Dienstag | 26. Mai |
| Dienstag | 16. Juni |
Wählen Sie Ort und Form der psychologischen Beratung:
- Telefon: Sie werden zur gebuchten Uhrzeit von Alexandra Drechsel angerufen.
- Zoom-Meeting: Sie erhalten einen Link.
- Physisch: Sie werden an der nationalen Geschäftsstelle der Rheumaliga Schweiz an der Josefstrasse 92 in Zürich empfangen.
So buchen Sie einen Termin
Per E-Mail
Schreiben Sie an info@rheumaliga.ch mit folgenden Angaben: Vorname, Name, Telefonnummer, Wunschdatum (aus obiger Auswahl) und Durchführung (Telefon, Zoom, physisch). Unser Beratungsteam wird Ihnen dann einen konkreten Termin buchen, den Sie bestätigen.
Per Telefon
Rufen Sie an unter Tel. 044 487 40 00. Unser Beratungsteam wird Ihre Anfrage bearbeiten und mit Ihnen zusammen einen Termin vereinbaren.
Vier Fragen an Alexandra Drechsel
Sie sind unschlüssig, ob das Angebot das Richtige ist für Sie? In folgendem Kurzinterview geht die Fachpsychologin und Psychotherapeutin vertiefter darauf ein, welche psychischen Risiken bei Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung bestehen und was Sie in der Beratung genau erwartet.
Rheumaliga Schweiz: Warum kann Rheuma zu sozialem Rückzug führen?
Alexandra Drechsel: Rheuma kann aus mehreren Gründen zu sozialem Rückzug führen. Die Ursachen sind oft eine Mischung aus körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren: chronische Schmerzen und starke Müdigkeit (Fatigue) machen Treffen anstrengend oder unvorhersehbar. Betroffene sagen Verabredungen häufiger ab und ziehen sich mit der Zeit zurück. Alltägliche Aktivitäten wie längeres Sitzen, Gehen oder Greifen können schmerzhaft sein. Das erschwert zusätzlich zum beruflichen Alltag, fast alle sozialen Aktivitäten ohne Ausnahme. Ausserdem ist Rheuma häufig «unsichtbar». Aussenstehende unterschätzen Schmerzen und Erschöpfung, was bei Betroffenen das Gefühl auslöst, sich rechtfertigen zu müssen oder nicht ernst genommen zu werden. Manche ziehen sich zurück, um nicht als «krank» wahrgenommen zu werden.
Rheumaliga Schweiz: Gibt es eine Risikogruppe für Vereinsamung?
Alexandra Drechsel: Besonders gefährdet sind Menschen, die wenig unterstützende Beziehung haben oder deren soziales Umfeld sich durch die Erkrankung stark verändert hat. Auch jüngere Betroffene oder Menschen mitten im Berufsleben erleben häufig einen grossen inneren Druck, da die Krankheit nicht zu ihrem bisherigen Selbstbild passt. Wenn zusätzliche depressive Verstimmungen, Ängste oder ein geschwächtes Selbstwertgefühl auftreten, kann es schwer werden, in Kontakt zu bleiben oder neue Nähe zuzulassen.
Rheumaliga Schweiz: Wie gelingt der Ausweg?
Alexandra Drechsel: Wichtig ist: Sozialer Rückzug ist verständlich, aber nicht unvermeidlich. Unterstützung durch offene Gespräche, angepasste Aktivitäten, Selbsthilfegruppen oder psychologische Begleitung kann helfen, soziale Kontakte trotz Rheuma aufrechtzuerhalten. Es geht nicht darum, sofort wieder «voll leistungsfähig» zu sein, sondern neue realistische Wege der sozialen Teilhabe zu finden. Kleine, positive Erfahrungen können helfen, Vertrauen in sich selbst und in soziale Kontakte zurückzugewinnen. Professionelle Begleitung kann diesen Prozess strukturieren und erleichtern.

Rheumaliga Schweiz: Welche Themen werden im Beratungsgespräch konkret erarbeitet?
Alexandra Drechsel: Im Beratungsgespräch schaffen wir zunächst einen geschützten Raum, in dem alles Platz haben darf - die Einsamkeit, die Sorgen, aber auch Wünsche und Hoffnungen! Gemeinsam schauen wir, wie die aktuelle Situation entstanden ist und was sich die betroffene Person wünscht. Ein wichtiger Teil ist es, vorhandene Ressourcen wieder spürbar zu machen und neue realistische Möglichkeiten für soziale Kontakte zu entwickeln. Oft beginnen wir mit kleinen, gut planbaren Begegnungen, die Sicherheit geben und ohne Druck stattfinden können. Ziel ist es, Schritt für Schritt mehr Vertrauen, Selbstmitgefühl und Verbundenheit zu erleben.
Podcast
Hören Sie die Diplompsychologin Martina Berchtold-Neumann im Gespräch zu Themen wie «Ressourcen» und «Resilienz», aber auch, welche wichtige Rolle die Angehörigen von Rheumabetroffenen spielen.
