Verstehen Sie Medizinisch?

Unser Glossar entschlüsselt häufig verwendete medizinische Fachbegriffe und Fremdwörter rund um Rheuma. Fehlt ein wichtiger Begriff oder möchten Sie eine Frage stellen? Wir helfen Ihnen gerne weiter. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.

A

  • Achillessehne

    Die grösste und stärkste Sehne im menschlichen Körper. Sie überträgt die Kraft dreier Wadenmuskeln auf den Fuss.

  • Analgetika

    Analgetika sind Schmerzmedikamente. Sie haben keine direkte entzündungshemmende Wirkung. Das Spektrum reicht von teils rezeptfrei erhältlichen Schmerzmitteln mit Paracetamol bis zu starken Morphiumpräparaten (Opioid-Analgetika).

  • Anamnese

    Die Vorgeschichte einer Krankheit, wie sie der Arzt aus den Angaben des Patienten ermittelt. Die ursprüngliche Bedeutung des griechischen Wortes ist «Erinnerung». 

  • Arthritis

    Fachbegriff für eine akute oder chronische Entzündung von Gelenken, ebenso von Sehnen oder der Wirbelsäule.

  • Arthrose

    Schäden an Gelenken als Folge eines vorzeitigen Abbaus von Gelenkknorpel. 90% der Menschen über 65 Jahren haben eine Arthrose.

  • Autoimmunerkrankung

    Bei einer Autoimmunerkrankung attackieren fehlgeleitete Zellen des Immunsystems, statt gegen eingedrungene Krankheitserreger zu kämpfen, körpereigene Strukturen wie z.B. das Knorpelgewebe. Zu den Autoimmunerkrankungen zählen gegen 100 chronische Krankheiten wie die rheumatoide Arthritis, der systemische Lupus erythematodes, das Sjögren-Syndrom, die Multiple Sklerose, Morbus Crohn, die Psoriasis, Vitiligo und die Zölikaie. Gemeinsam ist ihnen die Fehlsteuerung des Immunsystems und daraus resultierende Entzündungen, Reizungen und Schwellungen.

B

  • Bandscheiben

    Elastische Scheiben zwischen den Wirbelkörpern. Sie dämpfen Stösse und Erschütterungen und sorgen dafür, dass sich die Wirbel gegeneinander bewegen können.

  • Bindegewebe

    Sammelbegriff für verschiedene Gewebe, die alle Organe, Muskeln, Sehnen usw. des Körpers umhüllen und miteinander verbinden. Heute verwendet man für das Bindegewebe häufig den (eigentlich engeren) Begriff Faszien.

  • Bouchard-Arthrose

    Arthrose der Fingermittelgelenke. Diese Arthrose kann zu knöchernen Wucherungen (Ostephyten) der Fingermittelgelenke führen, den sog. Bouchard-Knoten.

  • Bursitis

    Schleimbeutelentzündung

C

  • Calcium

    Calcium (oder: Kalzium) ist ein wichtiger Baustoff für die Knochen. Eine ausreichende Calciumzufuhr stärkt im Zusammenspiel mit Magnesium, Vitamin C, Vitamin K und Vitamin D die Knochendichte und wirkt vorbeugend gegen eine Osteoporose. Als calciumreiche Lebensmittel gelten Samen und Nüsse, Milchprodukte, grünes Gemüse, Vollkorngetreide und Mineralwasser mit hohem Calciumgehalt.

  • Chiragra

    Gicht an der Hand

  • Chondrokalzinose

    Wissenschaftlicher Name für die Pseudogicht

  • Cortison

    Entzündungshemmender Wirkstoff zur Behandlung vieler rheumatischer Erkrankungen

  • Coxarthrose

    Arthrose des Hüftgelenkes

  • CRP

    Abkürzung für C-Reaktives Protein. Der Körper produziert im Falle einer Entzündung viel von diesem Eiweiss. CRP dient darum als Mass für eine Entzündungsreaktion.

D

  • Diskushernie

    Ein Bandscheibenvorfall. Dabei quillt der Gallertkern in der Bandscheibe nach aussen und kann auf Nerven drücken.

  • Dual-Tasking

    Das simultane Ausführen einer aktiven Bewegung (Motorik) und einer geistigen Aufgabe (Kognition) wie z.B. gleichzeitiges Gehen und Sprechen. Eine Dual-Tasking-Schwäche kommt im Alter häufig vor und erhöht das Sturzrisiko.

E

  • Enzym

    Enzyme sind (meist Eiweiss-)Moleküle, die biochemische Reaktionen beschleunigen und steuern. Damit haben sie eine wichtige Funktion im Stoffwechsel.

F

  • Faszien

    Bindegewebe. Der moderne Begriff Faszien wird vor allem auf dasjenige Bindegewebe bezogen, das zwischen Muskeln, Organen und anderem Gewebe liegt und für geschmeidige Körperbewegungen sorgt.

  • Fibromyalgie

    Wörtlich «Faser-Muskel-Schmerz». Die Betroffenen leiden an chronischen, diffusen Muskelschmerzen in Gelenknähe (aber nicht im Gelenk selber) und klagen über Erschöpfung, Schlafstörungen, Depressionen und vielerlei weitere Beschwerden. Das Fibromyalgie-Syndrom ist eine generalisierte Form von Weichteilrheuma.

  • Fraktur

    Knochenbruch

  • Frozen Shoulder

    Schultersteife (wörtlich «eingefrorene Schulter»). Grund für die schmerzhafte Einschränkung der Beweglichkeit ist eine Entzündung der Weichteile (Gelenkschleimhaut, Gelenkkapsel).

G

  • Ganglien

    Ausstülpungen an Gelenkkapseln oder Sehnenscheiden. Sie machen selten Beschwerden und können sich spontan zurückbilden.

  • Gelenkschutz

    Unter Gelenkschutz versteht man im Zusammenhang mit Rheuma nicht Accessoires für Sportler wie Knieschoner oder Ellbogen-Protektoren, sondern einen gelenkschonenden Einsatz des Körpers im Alltag. Gelenkschutz in diesem Sinne umfasst diverse Aspekte wie die Körperhaltung, gelenkfreundliche Verhaltensweisen, die Einrichtung des Arbeitsplatzes und den Gebrauch ergonomischer Hilfsmittel.

  • Gichtknoten

    Gichtknoten (Gichttophi) sind kleine, kugelförmige Ablagerungen von Harnsäurekristallen an kühleren Körperstellen wie Ohrmuscheln, Füssen, Ellbogen und Fingern. Gichtknoten verursachen keine Schmerzen. Sie sind unschön, aber harmlos.

  • Gonarthrose

    Arthrose des Kniegelenkes

H

  • Harnsäure

    Die Harnsäure ist das Endprodukt des Purinstoffwechsels und damit der Stoff, der eine Gicht auslösen kann. Kristalline Ablagerungen von Harnsäure im Gelenkknorpel und in der Gelenkkapsel verursachen die für die Gicht charakteristischen heftigen Schmerzen.

  • Heberden-Arthrose

    Arthrose der Fingerendgelenke, benannt nach dem englischen Arzt William Heberden (1710-1801). Diese Arthrose kann knorpelig-knöcherne Wucherungen an den Fingerendgelenken bilden, genannt Heberden-Knoten.

  • Hyperkalzämie

    Eine hohe Calciumkonzentration im Blut, z.B. hervorgerufen durch eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen. Die Hyperkalzämie kann eine (sekundäre) Pseudogicht verursachen.

  • Hyperurikämie

    Die Vorstufe der Gicht, eine Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blutkreislauf. Bis zu 30% der erwachsenen Männer haben eine Hyperurikämie.

  • Hypoxanthin

    Eine Zwischenstufe des Purinstoffwechsels, bei dem Purin in Harnsäure umgewandelt wird.

I

  • Immunsuppression

    Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems durch Medikamente (Immunsuppressiva)

  • Impingement-Syndrom

    Schmerzen der Schulter (oder auch anderer Gelenke) infolge Einklemmung von Weichteilen wie Sehnen und Schleimbeutel

J

K

  • Kollagenose

    Erkrankung des Bindegewebes. Zu den Kollagenosen zählen namentlich der systemische Lupus erythematodes, die Sklerodermie und das Sjögren-Syndrom.

  • Kristallarthropathie

    Wissenschaftlicher Name für Gelenkserkrankungen, bei denen kristalline Ablagerungen von Stoffwechselprodukten zu Beschwerden führen. Die Gicht und die Pseudogicht zählen beide zu den Kristallarthropathien.

L

  • Lumbago

    Sehr heftige, akut auftretende Kreuzschmerzen, landläufig «Hexenschuss» genannt. Die Schmerzen können ins Gesäss und die Oberschenkel ausstrahlen.

  • Lupus erythematodes

    Der systemische Lupus erythematodes ist eine chronisch entzündliche Rheumaerkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen. Im Namen der Krankheit stecken das lateinische Wort «lupus» (Wolf) und das griechische Wort «erythema» (Röte).

M

  • Metabolisches Syndrom

    Sammelbezeichnung für die folgenden vier Gesundheitsrisiken: Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Störungen des Fettstoffwechsels und Störungen des Zuckerstoffwechsels (Diabetes mellitus Typ 2). 75% der Gichtpatienten leiden am metabolischen Syndrom.

  • Mitochondrien

    Mitochondrien sind die «Energiekraftwerke» in Zellen. Besonders zahlreich sind sie in Zellen mit hohem Energieverbrauch wie Muskelzellen, Nervenzellen und Sinneszellen. Die Mitochondrien besitzen eine eigene Erbsubstanz, die mitochondriale DNA.

  • Morbus Bechterew

    Chronisch entzündliches Rheuma der Wirbelsäule. Die Entzündungen führen zu Knochenwucherungen, die die Wirbelsäule versteifen.

  • Multimedikation

    Die tägliche Einnahme von fünf oder mehr Arzneimitteln. Die Multimedikation kann die Wirkung einzelner Medikamente (auch rezeptfreier Arzneimittel und pflanzlicher Präparate) verstärken, verringern oder aufheben.

N

  • NSAR

    Abkürzung für nicht-steroidale Antirheumatika. Das sind Arzneimittel, die gleichzeitig eine Entzündung hemmen und den Schmerz bekämpfen.

O

  • Osteopenie

    Eine Verminderung der Knochendichte und damit eine Vorstufe der Osteoporose.

  • Osteophyt

    Knochenwucherung am Rande der Gelenkfläche, besonders bei Arthrose. Der Körper versucht durch eine Erweiterung der Auflagenfläche den Druck zu reduzieren.

  • Osteoporose

    Erhöhte Knochenbrüchigkeit als Folge einer geringen Knochendichte (poröse Knochen). Die Bezeichnung setzt sich zusammen aus griechisch «ostoun» (Knochen) und «poros» (Pore).

P

  • Plantarfaszie

    Die Sehnenplatte der Fusssohle. Es ist die dickste Faszie des menschlichen Körpers.

  • Podagra

    Gicht im Fuss, speziell im Grundgelenk der grossen Zehe

  • Polyarthritis

    Der Begriff bezeichnet den klinischen Befund von Entzündungen (Arthritis) in mehreren (vielen) Gelenken, von griechisch «polus» (viel). Anstelle von «chronische Polyarthritis» wird heute meist der moderne Begriff «rheumatoide Arthritis» verwendet.

  • Purin

    Chemische Bausteine der Erbsubstanz (DNA) und daher im Kern jeder Zelle vorhanden. Purine aus der Ernährung werden in Harnsäure umgewandelt (Purinstoffwechsel) und können darum eine Gicht begünstigen. 

R

  • Remission

    Die vorübergehende oder dauerhafte Rückbildung von Krankheitssymptomen. Die Remission ist das erklärte Ziel der medikamentösen Behandlung von entzündlichem Rheuma.

  • Rhizarthrose

    Arthrose des Daumensattelgelenkes

  • Rotatorenmanschette

    Eine Gruppe von Muskeln und Sehnen, die das sehr bewegliche Schultergelenk stabilisieren.

S

  • Sarkopenie

    Zusammengefügt aus den griechischen Wörtern «sarx» (Fleisch) und «penia» (Mangel), bezeichnet die Sarkopenie den Muskelschwund im Laufe des Alterungsprozesses. Die Sarkopenie zählt zu den Risikofaktoren, die zur erhöhten Sturzgefährdung älterer Menschen beitragen.

  • Sklerodermie

    Die Sklerodermie ist eine rheumatische Krankheit mit autoimmunen Zügen. Sie führt zu Verhärtungen des Bindegewebes der Haut und teils auch der inneren Organe wie des Darms, der Lungen oder der Nieren.

  • Skoliose

    Verkrümmung der Wirbelsäule nach der linken oder der rechten Körperseite hin

  • Spinalkanal

    Der von den Wirbeln gebildete Kanal innerhalb der Wirbelsäule, in welchem das Rückenmark und Nervenbahnen verlaufen. Ein (zu) enger Spinalkanal kann Sensibilitätsstörungen, Schmerzen und Lähmungserscheinungen hervorrufen.

  • Spondylarthrose

    Abnutzungserscheinungen an den Wirbelbogengelenken

  • Spondyloarthritis

    Chronische entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule und von Gelenken. Morbus Bechterew und die Psoriasis-Arthritis zählen zu den Spondyloarthritiden.

  • Synovialis

    Gelenke sind von einer Hülle oder Kapsel aus Bindegewebe umschlossen. Die Membrana synovialis (oder kurz: Synovialis) ist nichts anderes als die Innenauskleidung dieser Umhüllung, die sog. Gelenkinnenhaut. Bei einer Arthrose gesellt sich zum Abbau des Gelenkknorpels häufig eine Gelenkinnenhautentzündung hinzu.

T

  • Tenosynovitis

    Sehnenscheidenentzündung

  • TNF

    Die Abkürzung ist gebildet aus den Anfangsbuchstaben von «Tumor-Nekrose-Faktor». Der Tumornekrosefaktor ist ein Signalstoff des Immunsystems, der bei Entzündungsprozessen eine wichtige Rolle spielt. TNF-Blocker sind entzündungshemmende Medikamente. Sie hemmen die TNF-Wirkung.

V

  • Vitamin D

    Vitamin D bezeichnet eine ganze Familie von Substanzen. Deren wichtigste Vertreter sind das Vitamin D3 (Cholecalciferol) und das Vitamin D2 (Ergocholesterol). Vitamin D ist wichtig für den Knochenstoffwechsel und kann im Zusammenspiel mit Calcium der Bildung einer Osteoporose entgegenwirken.

W

  • Weichteile

    Alle nicht-knöchernen Strukturen des menschlichen Bewegungsapparates. Zu den Weichteilen zählen Muskeln, Sehnen, Bänder, Schleimbeutel, Fettgewebe, Bindegewebe, Nerven und Gefässe.

X

  • Xanthin

    Eine Zwischenstufe des Purinstoffwechsels, bei dem Purine in Harnsäure umgewandelt werden.

Z

  • Zytostatika

    Substanzen bzw. Medikamente, die das Zellwachstum hemmen. Zytostatika kommen (in hohen Dosen) vorrangig in der Krebsbehandlung zum Einsatz. Bei Rheuma werden sie in geringeren Dosen verwendet, um das Immunsystem zu unterdrücken.