Neue Broschüre erklärt die Gicht und die wenig bekannte Pseudogicht

Zürich, 23. Februar 2026

Die Rheumaliga Schweiz veröffentlicht die Broschüre «Gicht und Pseudogicht». Sie erklärt die beiden häufigsten Kristallerkrankungen des menschlichen Bewegungsapparates und zeigt auf, wie sie entstehen, warum sie schmerzen und welche Massnahmen Betroffene ergreifen können. Die Broschüre richtet sich an Betroffene, Angehörige und Fachpersonen.

Gicht entsteht, wenn sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern, Pseudogicht durch Calcium-Pyrophosphat-Kristalle. Beide Erkrankungen verursachen starke Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und können den Alltag erheblich belasten. Viele Betroffene berichten von wiederkehrenden Schmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit und der Sorge vor dem nächsten Anfall. Neben den körperlichen Beschwerden belasten auch Unverständnis im Umfeld und das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Die neu aufgelegte Broschüre der Rheumaliga Schweiz erklärt Ursachen und Symptome, gibt praktische Hinweise zur Behandlung und zeigt, wie Betroffene ihren Alltag trotz Beschwerden gestalten können. Sie schafft Verständnis, macht Mut und zeigt, wie sie aktiv zu ihrer Behandlung beitragen können.

Die Gicht in der Schweiz

In der Schweiz sind rund 146’000 Personen von Gicht betroffen. Die meisten Erkrankten sind männlich und haben mehrere Risikofaktoren wie Übergewicht, hohen Blutdruck, erhöhte Blutfettwerte und erhöhte Blutzuckerwerte. Bei Männern ab vierzig ist die Gicht die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung in der Schweiz. Die Zahl der Gichtfälle hat in den vergangenen Jahren zugenommen und dürfte künftig weiter steigen.

Einblicke in die Lebensrealitäten der Erkrankten vermittelt auch der Website-Beitrag «Gicht – Einblicke in die Welt der Betroffenen» der Rheumaliga Schweiz.

Die Pseudogicht nicht vergessen

Bei vielen Menschen verkalkt im Laufe des Lebens das Knorpelgewebe. In der Schweiz leben schätzungsweise eine halbe Million Menschen mit einer symptomlosen Knorpelverkalkung. Erst wenn diese Ablagerungen Entzündungen und Beschwerden verursachen, spricht man von einer Pseudogicht, fachsprachlich CPPD Disease (Erkrankung durch Calcium-Kristallablagerungen). Wie viele Menschen betroffen sind, ist unbekannt. Bekannt ist, dass vor allem ältere Menschen und deutlich mehr Frauen als Männer erkranken, häufig zusammen mit anderen chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen oder Arthrosen. Die Broschüre möchte die Bekanntheit der Pseudogicht erhöhen, Fehldiagnosen vermeiden helfen und eine angemessene Therapie fördern.

Tipps zur langfristigen Gichtbehandlung

Während sich ein akuter Gichtanfall mit Kühlung, Ruhigstellung und Medikamenten meist rasch lindern lässt, erfordert die langfristige Behandlung Geduld und Ausdauer. Die Broschüre beschreibt zwei Wege, die miteinander kombiniert werden können: eine medikamentöse Senkung der Harnsäure unter ärztlicher Kontrolle mit täglicher Einnahme über viele Jahre sowie eine umsichtige Ernährungsumstellung. Diese kann nicht nur die Harnsäure senken, sondern auch den Fett- und den Zuckerstoffwechsel positiv beeinflussen. Ergänzende Empfehlungen zur Selbsthilfe reichen von Pflanzenstoffen und Heilkräutertees über Wickel und Umschläge bis zu ergonomischen Hilfsmitteln, die den Alltag mit Gelenkschmerzen erleichtern.

Angebote der Rheumaliga Schweiz für Betroffene

RLS Broschuere Gicht Pseudogicht 148x210 DE 251219 COVER 850x1206

Die Rheumaliga Schweiz begleitet Betroffene auf ihrem Weg, die Erkrankung zu verstehen und ihren Alltag besser zu bewältigen. Dazu gehören persönliche Beratung, Bildung und Bewegung:

Die 64-seitige Broschüre ist im Webshop der Rheumaliga Schweiz in den Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch kostenlos zu bestellen.

Weitere Auskünfte

Tina Spichtig, Co-Leiterin Kommunikation und Marketing, Tel. 044 487 40 66, t.spichtig@rheumaliga.ch


Die Rheumaliga Schweiz setzt dort an, wo Versorgungslücken bestehen – sowohl bei Betroffenen als auch bei Fachpersonen im Gesundheitswesen. Dank ihr werden diese Lücken geschlossen. Sie ist die Dachorganisation von 16 kantonalen Rheumaligen und sechs nationalen Patientenorganisationen.

Sie ist erste Anlaufstelle für Betroffene, bietet niederschwellige Beratungen an und gilt als vielseitige Fortbildungsstätte für Rheuma-Fachpersonen (Hausärzt*innen, Apotheker*innen, Pflegefachpersonen, Physiotherapeut*innen, Ergotherapeut*innen, Medizinische Praxisassistent*innen). Sie ist ausserdem Trägerin von innovativen Versorgungsprojekten, beispielsweise in der Prävention und Grundversorgung. Die Rheumaliga Schweiz wurde 1958 gegründet, finanziert sich vorwiegend durch Spenden und trägt das ZEWO-Gütesiegel für gemeinnützige Organisationen.

Rheuma umfasst 200 unterschiedliche Erkrankungen des Bewegungsapparates, also der Muskeln, Sehnen, Gelenke, Knochen oder des Bindegewebes. Betroffene leiden häufig an starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen – auch Organe können betroffen sein. In der Schweiz leben rund 2 Millionen Menschen mit Rheuma. Bereits Kinder und Jugendliche können betroffen sein: 1 von 1000 Kindern leidet an einer rheumatischen Erkrankung.