Multimedikation oder: Wenn Medikamente aufeinander wirken

Medikamente bei Rheuma

Etliche Senioren bekommen mehrere Medikamente verschrieben. Bei einer täglichen Einnahme von fünf oder mehr Arzneimitteln spricht man von einer Multimedikation (oder Polypharmazie).

Die Gefahr der Multimedikation liegt in der Ungewissheit, wie die verschiedenen Substanzen im Körper aufeinander wirken, wie sie teils pharmakodynamisch, teils pharmakokinetisch interagieren. Die Interaktion kann die Wirkung eines Medikamentes verringern, verstärken oder aufheben. Zwar sind die Wechselwirkungen allermeist harmlos. Doch das Risiko liegt in der Fülle der Interaktionen:

  • 5 Medikamente haben 10 Wechselwirkungen.
  • 6 Medikamente haben 15 Wechselwirkungen.
  • 7 Medikamente haben 21 Wechselwirkungen. Usw.

Medikamente mit kritischen Interaktionen

Als besonders interaktionskritisch gelten Antiepileptika,Psychopharmaka, Immunsuppressiva und Orale Antikoagulantien. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist das Interaktionsrisiko bei Magensäureblockern, Vitaminpräparaten, Antibiotika, Antihypertonika sowie nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Auch pflanzliche Präparate und rezeptfrei erhältliche Substanzen interagieren.

Nebenwirkung Sturzrisiko

Darüber hinaus zählen gewisse Medikamente allein aufgrund ihrer Eigenwirkung als Sturzrisikofaktoren. Sie können bei Betroffenen, die mitten in der Nacht auf die Toilette gehen, Schwindel auslösen.

Spät eingenommene Schlaf- und Beruhigungsmittel machen morgens schläfrig und benommen. Denn deren Wirkstoffe werden im Laufe der Nacht nicht vollständig abgebaut, speziell bei einer altersabhängigen Schwächung von Leber und Nieren. Die folgenden Arzneimittel stehen im Ruf, das Sturzrisiko zu erhöhen:

  • Antidepressiva
  • Benzodiazepine (Schlaf- und Beruhigungsmittel)
  • Betablocker
  • Blutdrucksenker
  • Diuretika (entwässernde Medikamente)
  • Neuroleptika (verordnet bei Angst, Unruhe, psychischen Störungen)

Befürchten Sie Wechselwirkungen von Medikamenten?

Nehmen Sie mehr als fünf Medikamente zu sich? Und sind Sie unsicher, ob gewisse davon ungünstig aufeinander wirken? Dann sprechen Sie Ihren Arzt oder Apotheker darauf an. Es ist seine Pflicht, Sie über die Risiken der Multimedikation aufzuklären.

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