Curcuma gegen Rheuma

Curcuma

Curcuma (andere Namen: Safranwurz, Gelbwurz, Gelber Ingwer) ist seit Tausenden von Jahren ein fester Bestandteil der indischen Küche. Die zu einem feinen Pulver verarbeitete Wurzelknolle wird pur oder in Curry-Mischungen verwendet, die davon ihre gelbe Farbe haben.

Ebenfalls seit Tausenden von Jahren wird Curcuma in der traditionellen chinesischen und indischen Medizin genutzt. Curcuma ist eines der am häufigsten angewendeten ayurvedischen Heilmittel. Zur innerlichen Behandlung wird Curcuma in Milch oder Öl eingenommen, äusserlich auf die Haut oder Wunden aufgetragen.

Zur Pflanze

Curcuma zählt zu den Ingwergewächsen. Die krautige, bis 1 m hohe Pflanze wächst hauptsächlich in Südostasien. Ihr Wurzelstock entwickelt knollenförmige Rhizome von intensiv gelb-oranger Farbe, die seit wenigen Jahren auch in der Schweiz in Supermärkten und auf manchen Wochenmärkten frisch erhältlich sind. Als Tropenpflanze liebt die Curcuma eine hohe Luftfeuchtigkeit, Wärme und eher trockene Böden. Bei uns gedeiht und blüht sie in Gewächshäusern, Wintergärten oder im Topf auf dem Fenstersims.

Inhaltsstoffe und Wirkungen

Curcuma enthält ein ätherisches Öl (6%) sowie fettlösliche sekundäre Pflanzenstoffe namens Curcuminoide (5%), wovon das wichtigste den Namen Curcumin trägt. Curcumin sorgt für die gelbe Farbe und die vielen gesundheitlichen Effekte von Curcuma. Diese fächern sich ähnlich breit wie das Wirkspektrum der Hanfpflanze (Cannabis). Experimentell sind unter anderem die folgenden Effekte nachgewiesen worden:

  • anregend auf den Gallenfluss
  • krebshemmend
  • entzündungshemmend
  • knorpelprotektiv
  • antioxidativ
  • gerinnungshemmend
  • antimikrobiell
  • antidepressiv

Ein besonderer Segen scheinen die Wirkstoffe der Curcuma für die Leber zu sein. Sie stärken die Leberfunktion und schützen die Leberzellen gegen giftige Substanzen; nachgewiesen wurde dies für die Arzneistoffe Tacrin und Paracetamol.

Curcuma in Blüte
Curcuma in Blüte

Was sagen Studien?

An den Curcuma-Wirkungen wird weltweit geforscht; es sind schon über 11'000 wissenschaftliche Arbeiten zu Curcumin bzw. Curcuma-Extrakten veröffentlicht worden. Sie umfassen experimentelle Untersuchungen an Zell- und Gewebekulturen, Tierversuche, pharmakologische Studien an gesunden Probanden und klinische Studien mit Patienten. Zum Beispiel haben Experimente die antientzündliche Wirkung an der Senkung diverser Entzündungswerte nachgewiesen:

  • COX-2
  • LOX
  • NF-κB (nuclear factor kappa B)
  • TNF-α (Tumor-Nekrose-Faktor alpha)
  • Interleukine 1 und 6

Klinische Studien dokumentieren die Wirksamkeit von Curcumin bzw. von Curcuma-Extrakten bei Arthrose und rheumatoider Arthritis. Die Wirkstoffe wurden teils gegenüber einem Placebo oder einem NSAR (Diclofenac oder Ibuprofen) geprüft, teils gegenüber einer Kombination von Curcuma und NSAR. Die Curcuma-Wirkstoffe erweisen sich in Bezug auf die Schmerzreduktion und die Gelenkfunktion als wirksamer als NSAR oder als gleich wirksam. Curcuma hat aber keine Nebenwirkungen, ausser bei Überdosierung.

Allerdings stellen die geringe Zahl der bisherigen klinischen Studien und deren Methodik die Curcuma-Therapie noch keineswegs auf eine sichere wissenschaftliche Basis. Naturheilkundliche Mediziner empfehlen, Curcuma-Präparate nur präventiv einzunehmen oder um eine Therapie zu unterstützen.

Welche Dosis?

Aufgrund der lückenhaften Wirksamkeitsevidenz kann man aktuell keine Empfehlung für bestimmte Curcuma-Präparate und deren Dosierung abgeben. Klinische Studien zu verschiedenen Krankheitsbildern arbeiten mit bis zu 8 g Curcuma pro Tag. Für den Hausgebrauch kann man sich an den Tagesdosen orientieren, die vom University of Maryland Medical Center (USA) für Erwachsene empfohlen werden:

SubstanzTagesdosis
Curcuma frisch 1,5 bis 3 g
Curcumapulver
1 bis 3 g
Curcumin
1,2 bis 1,8 g

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine Tagesdosis von 3 g Curcuma zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden – auch als Dauertherapie. Abgeraten von Curcuma wird lediglich bei akutem Durchfall und beim Vorliegen von Gallensteinen. Vorsicht geboten ist bei einer Verstopfung infolge Flüssigkeitsmangels, eine Situation, die Curcuma verschlimmern kann.

Superfood oder Nahrungsergänzung?

Um einen gesundheitlichen Nutzen zu erzielen, braucht man keineswegs zwingend Curcumin als Nahrungsergänzung einzunehmen. Wirksam ist auch die häufige Anwendung von Curcuma in der Küche, das grosszügige Würzen von Gemüse-, Linsen- und Fleischgerichten mit Curcuma – frisch oder als Pulver. Auch Süssspeisen lassen sich mit Curcuma wunderbar ergänzen (und gelb färben).

Bei vernünftiger Dosierung ist auch nichts gegen das allmorgendliche Trinken von Curcuma-Wasser einzuwenden. Denken Sie aber daran, dass Curcumin nicht wasserlöslich ist und vom Verdauungsapparat nicht so leicht aufgenommen werden kann. Um die Bioverfügbarkeit zu erhöhen, sollte man etwas Pfeffer sowie einen Teelöffel Öl zugeben.

Review: Sybille Binder, dipl. Ernährungsberaterin FH, Institut für integrative Naturheilkunde Nhk

Curcuma Schale

Quellen und weiterführende Informationen

Bachmann C. Curcuma bei Arthrose und rheumatoider Arthritis: Klinische Studien dokumentieren die Wirksamkeit von Gelbwurz-Extrakten. Schweiz Z Ganzheitsmed 2016;28:321-323. PDF

Chrubasik-Hausmann, Sigrun: Kurkuma, o.O. 2016. PDF

Kurkuma Superfood – Ihr unabhängiger Ratgeber. Abrufbar unter: www.kurkuma-superfood.info. Letztmals eingesehen am 26.08.2019.

PharmaWiki: Kurkuma. Abrufbar unter diesem Link. Letztmals eingesehen am 26.08.2019.

Plantavita: Kurkuma. Abrufbar unter diesem Link. Letztmals eingesehen am 23.08.2019. Die Website enthält ein umfangreiches Verzeichnis von Curcuma-Studien und bietet eine einfach verständliche Broschüre von Prof. Dr. Sigrun Chrubasik-Hausmann zum Download an.

Schrott, Ernst: Ayurveda für jeden Tag. Die sanfte Heilweise für vollkommene Gesundheit und Wohlbefinden. München: Goldmann Verlag; 1998.

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